Problemhaus

Stadt kontrolliert „Problemhaus“ in Duisburg-Marxloh

Reinhold Mettlen (3.v.li.), Chef des Ordnungsamtes, mit Teilen seines Teams vor dem inspizierten Haus.

Reinhold Mettlen (3.v.li.), Chef des Ordnungsamtes, mit Teilen seines Teams vor dem inspizierten Haus.

Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.  Eine „Task Force Problemimmobilien“ kontrollierte jetzt in Duisburg-Marxloh ein Wohngebäude. Derzeit sind 53 Personen aus Südosteuropa dort gemeldet. Die fielen zuletzt den Behörden mehrfach negativ auf. Die Kontrolleure nahmen verschiedene Mängel auf und stellten sicherheitshalber das Gas ab.

Nach und nach bahnen sich die vielen Fahrzeuge des Ordnungsamtes und der Stadtwerke ihren Weg durch die schmale Seitenstraße in Marxloh. Vor Hausnummer 25 bleiben sie stehen, oder suchen nicht weit entfernt einen Parkplatz. Die zahlreichen EU-Neubürger, die in dem Haus leben, sind in heller Aufregung. Sie wissen, dass man jetzt ihre Wohnungen unter die Lupe nehmen wird. Die Kontrolle kommt nicht nur für die Roma überraschend – auch die Redaktion wusste nichts von der Aktion und bekam nur zufällig während der Recherche zu wild parkenden Lkw in der Gegend davon Wind.

Wie sich herausstellt, gehören die Teilnehmer der Kontrolle zu der sogenannten „Task Force Problemimmobilien“. Dazu zählen Mitarbeiter aus folgenden Institutionen: Bürger- und Ordnungsamt, Amt für Soziales und Wohnen, Jugendamt, Gesundheitsamt, Bauordnung, Wirtschaftsbetriebe und Stadtwerke.

Wohnungszustand

Was ist der Hintergrund der Kontrolle? „Wir prüfen den Zustand der Wohnungen und ob sie bewohnbar sind. Außerdem schauen wir, ob wir mögliche Schäden melden müssen“, erklärt ein Task-Force-Mitglied, das nicht namentlich erwähnt werden möchte. „Und wir müssen kontrollieren, wie viele Menschen hier hausen.“

Zunächst versammelt sich die Task-Force vor dem Hauseingang. Beäugt werden die Mitarbeiter von zahlreichen Kindern, die von den Balkonen herunter schauen. Die Frauen der Roma-Familien tummeln sich bald ebenfalls auf den Balkonen und sehen aus den Fenstern. Einige grüßen nett.

20 Kontrolleure

Die Männer der Familien zieht es jedoch recht schnell nach draußen, sie wirken weniger freundlich. Standen kurz nach Ankunft der für sie offensichtlich unerwünschten Gäste ein paar von ihnen auf der Straße, sind es nach einigen Minuten mehrere Dutzend. Sie bleiben allerdings auf Abstand. Sichtlich aufgeregt beobachten sie die rund 20 Kontrolleure aus der Ferne. Was sie von der Kontrolle halten, zeigen sie mit aggressiven Gesten wie geballten Fäusten und wüsten Beschimpfungen.

Nachdem sich die Task-Force ein Bild von der verdreckten Straße gemacht hat – überall liegt Müll in Form von Wäsche, Flaschen und Zeitungen herum – beginnen die Kontrolleure mit der Inspektion des dreckigen Treppenhauses und der Wohnungen. Die weitere Besichtigung verläuft friedlich.

53 Personen offiziell gemeldet

Auf Nachfrage der Redaktion, zieht die Stadt Bilanz: „Verschiedene Mängel werden dem Vermieter schriftlich übersandt. Eine Unbewohnbarkeit des Hauses ist derzeit nicht gegeben“, heißt es in einer Stellungnahme. Außerdem teilt die Stadt mit, dass von den Stadtwerken sicherheitshalber das Gas in dem Gebäude abgestellt wurde und man auch darüber den Vermieter in Kenntnis setzen wird. Derzeit sind 53 Personen dort gemeldet; es fand bei der Kontrolle allerdings keine Prüfung des einwohnermelderechtlichen Status' statt.