Umweltschutz

Stadt Duisburg prüft freiwilligen Pfand für Kaffeebecher

Vorbild: Die Caféteria der Universität Duisburg-Essen. Hier hält Mensa-Mitarbeiterin Sandra Urban hält die bunten Pfandbecher in die Kamera.

Vorbild: Die Caféteria der Universität Duisburg-Essen. Hier hält Mensa-Mitarbeiterin Sandra Urban hält die bunten Pfandbecher in die Kamera.

Foto: STEFAN AREND

Duisburg.   Kampf dem Pappbecher: Stadt will Cafés, Fast-Food-Ketten, Bäckereien, Imbissbuden, Tankstellen ein einheitliches Pfandsystem schmackhaft machen.

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Einfälle statt Abfälle: Ein Jahr lang will die Stadt Duisburg über ihre Wirtschaftsbetriebe wie auch mit Unterstützung von Duisburg Kontor auf die Betreiber von Cafés, Fast-Food-Ketten, Bäckereien, Imbissbuden oder Tankstellen in der Stadt zugehen, um ihnen ein einheitliches Pfandsystem für Kaffee-Mitnahmebecher schmackhaft zu machen.

Danach, so haben es am Montag die Mitglieder des Umweltausschusses den Ratsleuten, die am 2. Juli wieder tagen, mit Mehrheit vorgeschlagen, möge die Stadtverwaltung eine Bilanz ziehen und aufklären, ob man in Duisburg freiwillig und einheitlich zu einem Becher-Pfandsystem kommen kann.

Vorschlag stammt von den Grünen

Der Vorschlag stammt von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, die sich erfreut zeigte, dass nun auch SPD und CDU mitziehen. Durch das neue System soll der umweltschädliche Müll, der durch viele Einweg-Kaffee-Pappbecher entstehe, reduziert werden.

In ihrem Antrag bezogen sich die Grünen ausdrücklich auf die Universität Duisburg-Essen, die im vergangenen Wintersemester ein neues Pfandsystem für Kaffeebecher eingeführt hat. Das Studierendenwerk Essen-Duisburg, das die Mensen und Caféterien betreibt, will, dass weniger Kaffee-Pappbecher im Müll landen und so die Umwelt geschont werde. Pro Jahr würden dort knapp 250.000 Kaffee-Portionen in umweltschädlichen Einwegbechern verkauft.

Das Pfandsystem soll so funktionieren: Die Kunden können sich in den Caféterien und Mensen der Universität entscheiden, ob man einen der neu eingeführten, wiederverwendbaren Becher, die eigene Tasse oder einen Einwegbecher nutzt.

Das Pfandsystem soll so funktionieren

Für die neuen Becher zahlt man zwar einen Euro Pfand, bekommt aber seinen Kaffee dafür um 20 Cent günstiger. Wenn man den wiederverwendbaren Becher ausgetrunken hat, kann man ihn behalten oder zurück in die teilnehmenden Mensen oder Caféterien bringen. Dort bekommt man dann das Pfandgeld zurück. Bis zu 400 Mal könnten die Pfandbecher wiederverwendet werden.

Übertragen auf städtische Verhältnisse könnte ein Kunde künftig idealerweise bei einem Bäcker seinen Kaffee kaufen und den leergetrunkenen Pfandbecher dann später an der Tankstelle oder bei einem Fast-Food-Anbieter wieder abgeben.

Zudem, so der Beschluss, soll es innerhalb der Stadtverwaltung künftig ein verbindliches Mehrweg-Gebot für alle öffentlichen Veranstaltungen geben, das von der Stadt aktiv beworben werden soll. Große Einrichtungen, Firmen und Sportstätten in Duisburg sollen in das Konzept einbezogen werden, auf Basis einer freiwilligen Selbstverpflichtung.

„Schon jetzt zum Scheitern verurteilt.“

Auf die Durchführung eines ursprünglich geplanten „Runden Tisches“ haben die Grünen zugunsten einer breiten Abstimmungsmehrheit verzichtet.

Die Linken bezeichneten diesen Versuch, gestützt auf reine Freiwilligkeit, als „schon jetzt zum Scheitern verurteilt.“

Eine Sprecherin der HSV-Fraktion zeigte sich indes optimistisch: Wie bei der Umstellung von kostenlose auf kostenpflichtige Einkaufstüten werde der Bürger auch hier beim Pfandbecher für Kaffee zum Mitnehmen mitziehen und ein Einsehen haben.

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