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Speeddating in Duisburg: Erste Kontakte für eine Ausbildung

Im Steinhof hatten Schüler die Möglichkeit in einem Azubi-Speeddating einen Ausbildungsplatz zu finden.

Im Steinhof hatten Schüler die Möglichkeit in einem Azubi-Speeddating einen Ausbildungsplatz zu finden.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Schüler treffen in Duisburg auf Unternehmen und können sich gegenseitig kennenlernen. Oft gibt es eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Etwas schüchtern sitzt Selina Delimehmetoglu den beiden Personalmanagerinnen von Aldi Süd gegenüber. Sie hat eine hellblaue Bluse angezogen und ihre Bewerbungsunterlagen mitgebracht. Doch die Offenheit von Christina Helpenstein und Firdevs Elmaci nimmt der 17-jährigen ihre Anspannung.

Kauffrau für Büromanagement möchte sie werden. „Auf deinem Lebenslauf steht aber, dass du bisher Praktika im Einzelhandel gemacht hast – wie kommst du auf Büromanagement“, fragt Helpenstein. Sie habe gehört, dass man im Büromanagement mehr zu tun bekomme, antwortet die Berufsschülerin. Mit einem Blick aufs Zeugnis weiß Helpenstein, wo ihre Stärken liegen. „Wenn dir Medien so gut liegen, kannst du es auch mal in diesem Bereich probieren – auch dort werden Kaufleute für Büromanagement gesucht“, rät die Personalmanagerin.

Einander kennenlernen und Kontakte austauschen

Rund zehn Minuten hat das Gespräch gedauert – die optimale Zeit für das 8. Azubi-Speeddating im Steinhof. „Früher hatten wir einen Gong, aber auf den hat irgendwann keiner mehr gehört. Es soll ja auch kein Gespräch abgebrochen werden“, sagt Yassine Zerari, Koordinator des Duisburger Schulmodells der IHK.

Beim Speeddating sollen Schüler mit Vertretern von 21 Unternehmen zusammenkommen. „Früher hat man ja nur Bewerbungen verschickt. Aber hier können sich die Schüler persönlich vorstellen und fernab der Noten über ihre Motivation sprechen. Das Ziel ist auch nicht, hier mit einem Ausbildungsvertrag rauszugehen, sondern einander kennenzulernen“, sagt er. Auch die Unternehmen bekommen einen Überblick auf besonders aussichtsreiche Kandidaten. „Viele haben auch schon ihre Bewerbungsunterlagen dabei, das Motivationsschreiben lassen wir dabei weg. Für viele Schüler stellt das eine Hürde dar. Das Motivationsschreiben ist quasi das Gespräch mit den Vertretern der Unternehmen“, sagt Zerari. 400 Schüler aus 17 Duisburger Schulen sind dabei, einige kommen auch auf eigene Initiative nach Huckingen.

Reihe für Reihe haben die teilnehmenden Unternehmen, darunter auch Duisburger Firmen aus dem Stahl- und Logistikbereich, ihre Stände im Saal des Steinhofs aufgebaut, immer mit Wartebereich für nachrückende Interessierte. Bei Rhenus Logistics hat Pia Schäfers gerade Zeit zum Durchatmen. „Wir sind als Unternehmen zum ersten Mal bei dieser Messe vertreten. Auch wir suchen natürlich nach Fachkräften und haben auch schon mit einigen vielversprechenden Schülern gesprochen. Die laden wir zu einem Praktikum ein. Wenn es ihnen gefällt, sprechen wir sie auf eine Ausbildungsstelle an“, sagt sie. Rhenus Logistics sucht Fachinformatiker für Systemintegration sowie Kaufleute für Spedition und Logistik und für Büromanagement.

Erst ein Praktikum, dann die Bewerbung

Mit weißem Hemd und seinem Lebenslauf ist Infanullah Sahäl auf dem Azubi-Speed-Dating unterwegs. Der 26-jährige interessiert sich für eine Ausbildung zum Fachinformatiker und spricht mit zwei Vertretern von Imperial Logistics. Beim „Date“ trifft er eine Vereinbarung: „Zuerst werde ich ein Praktikum im Unternehmen absolvieren. Wenn es mir gut gefällt, werde ich mich für die Ausbildung bewerben“, sagt er.

Ein duales Studium bei der Agentur für Arbeit will Kübra Türegün machen. Die 18-jährige will unbedingt in die Beratungsstelle für Bildung, Beruf und Beschäftigung – also das tun, was ihre Gegenüber heute machen. Doch die setzen erst einmal bei ihrer Bewerbung an. „Die haben mir Tipps zum Satzbau gegeben und geraten, dass ich ein Deckblatt machen soll“, sagt die Bruckhausener Gesamtschülerin. Sie will ihre Bewerbung nun überarbeiten.

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