Kommentar

SPD und CDU Duisburg sollten sich hinterfragen

WAZ-Redakteur Philipp Wahl kommentiert die Stimmenverluste von SPD und CDU un Duisburg.

WAZ-Redakteur Philipp Wahl kommentiert die Stimmenverluste von SPD und CDU un Duisburg.

Duisburg.  Die GroKo-Partner SPD und CDU erzielen in Duisburg jeweils das schlechteste Ergebnis ihrer Nachkriegsgeschichte. Das hat auch Gründe vor Ort.

Ein „Weiter so“ kann es nach dieser im Wortsinne historischen Wahlschlappe für SPD und CDU in Duisburg nicht geben: 1999 noch vereinten die ehemaligen Volksparteien hier fast 87 Prozent der Stimmen auf sich. Nun waren es noch etwas mehr als 50.

Die CDU hat seit 1999 bei vier Kommunalwahlen in Folge verloren, hat ihre Anteile halbiert. Und die SPD verliert – trotz oder auch wegen ihrer OB-Sören-Link-Kampagne? – etwa zehn Prozentpunkte.

Dieses Desaster hat nicht nur bundes- und landespolitische, nicht nur gesellschaftliche Gründe.

Die Wähler wissen zwischen Bundes und Kommunalpolitik zu unterscheiden – das zeigt auch der Vergleich der Duisburger Stimmenanteile mit denen im Rest des Landes NRW: Die CDU Duisburg schneidet dramatisch schlechter ab, die SPD trotz ihrer bitteren Verluste sogar noch besser als die Landespartei – genau wie die hiesige AfD.

Klar haben es Rechtsextreme und -populisten in einer armen Stadt mit hohem Migrantenanteil leichter. In ihrer Fehleranalyse sollten SPD und CDU aber auch bedenken, dass bürgernahe, selbstkritische Politik nicht nur ihnen aus der Krise helfen kann, sondern auch gegen rechts wirkt.

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