Rheinbrücke

SPD: Breitere Radwege auf der neuen Duisburger A40-Brücke

Wie eng es wird, wenn es auch auf der neuen Brücke bei einem 2,67 Meter breiten Radweg bleibt, demonstierten der ADFC Duisburg im vergangenen Jahr auf der Neuenkamper Brücke der A 40.

Wie eng es wird, wenn es auch auf der neuen Brücke bei einem 2,67 Meter breiten Radweg bleibt, demonstierten der ADFC Duisburg im vergangenen Jahr auf der Neuenkamper Brücke der A 40.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

SPD-Vertreter aus Duisburg und vom linken Niederrhein zählen auf die Unterstützung Barbara Hendricks (MdB) im Kampf um breitere Radwege.

Duisburg. Forderungen nach einem breiteren Radweg auf der neuen A40-Brücke in Neuenkamp verleihen nun die Sozialdemokraten aus Duisburg und Moers gemeinsam Nachdruck. In Berlin soll sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Barbara Hendricks beim Verkehrsministerium stark machen für eine ergänzende Planung. „Der Bund muss bereit sein, das noch ein mal neu zu denken. Dafür werde ich mich einsetzen“, sagt die ehemalige Umweltministerin am Dienstag bei einem Treffen mit SPD-Vertretern beiderseits des Rheins.

Mehr linksrheinische Radpendler

Seit Bekanntwerden der Planung der Deges – die Autobahngesellschaft des Bundes plant und baut in den nächsten Jahren die neue Brücke für rund 400 Millionen Euro – protestiert der Fahrradclub ADFC gegen die vorgesehenen Radwege, weil es beiderseits der Brücken wie bisher bei 2,67 Meter breiten Radwegen bleiben soll. Der Forderung nach vier Meter breiten Wegen schließen sich die Sozialdemokraten an. „Immer mehr Radler sind mit E-Bikes unterwegs, da muss Überholen möglich sein. Gleichzeitig müssen auch Fußgänger die Brücke sicher queren können“, sagt Duisburgs Fraktionschef Bruno Sagurna.

„Moers ist NRW-Pendlerhauptstadt“, erinnert Anja Reutlinger, stellv. Fraktionsvorsitzende in der Nachbarstadt. „Immer mehr Moerser nutzen jetzt schon das Rad, um am Stau vor der Brücke vorbei zu fahren. Schon aus Sicherheitsgründen sei deshalb ein vier Meter breiter Radweg erforderlich, betont Reiner Friedrich, Vorsitzender des Duisburger Umweltausschusses. „Wenn man jetzt die Planung ändert, wird das allenfalls geringe Auswirkungen auf die Baukosten haben. Später zu verbreitern, würde deutlich teuer.“

Bruno Sagurna verweist auf die touristische Bedeutung der Brücke. „Unterhalb endet der Ruhrtal-Radweg, wir müssen den Anschluss an den Rheinanderweg schaffen.“ Außerdem ende nur wenige weiter stromaufwärts an der Hochfelder Eisenbahnbrücke der geplante Radschnellweg RS1.

Und zur Internationalen Gartenausstellung (IGA), die 2027 im Hochfelder Rheinpark stattfindet, werde der Radverkehr deutlich zunehmen. Ein großer Berufsschul-Campus, der in Moers entsteht, werde ebenso verstärkten Radverkehr auslösen wie der Hochschulstandort in Kamp-Lintfort.

Hendricks: Verkehrsministerium muss umdenken

Dass es widersinnig sei, die Autobahn auf acht Spuren zu verbreitern, aber am Radweg zu sparen, findet auch Barbara Hendricks, die nun gemeinsam mit den Duisburger Bundestagsabgeordneten in Berlin Druck machen will. Das Verkehrsministerium sieht sie in der Pflicht, von einer Planung abzurücken, die noch auf ersten Überlegungen für einen Brücken-Neubau aus dem Jahr 1978 basiert.

„Der NRW-Landesbetrieb kann das in eigener Regie nicht mehr ändern“, verweist Hendicks auf die Deges, die derzeit dabei ist, die Zuständigkeiten für alle Bundesautobahnen von den Ländern zu übernehmen. Die Zeit dürfe kein Argument sein, sagt der Landtagsabgeordnete Ibrahim Yetim: „Wir haben rechtzeitig darauf hingewiesen, dass es so nicht bleiben kann.“

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