Gerichtsurteil

Sozialstunden: Duisburger belästigt 16-Jährige im Arbeitsamt

Das Amtsgericht Duisburg hat einen 19-Jährigen zu Sozialstunden verurteilt, nachdem er wegen Beleidigung in der Duisserner Arbeitsagentur angezeigt worden war.

Foto: dpa

Das Amtsgericht Duisburg hat einen 19-Jährigen zu Sozialstunden verurteilt, nachdem er wegen Beleidigung in der Duisserner Arbeitsagentur angezeigt worden war. Foto: dpa

Duisburg.  Nach einem plumpen Annäherungsversuch an eine 16-Jährige beleidigte ein 19-Jähriger sie und ihre Mutter. Vom Amtsgericht gab es Arbeitsstunden.

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Üblicherweise steht im Gebäude der Arbeitsagentur an der Wintgensstraße Duissern die Annäherung an den Arbeitsmarkt, und nicht die ans andere Geschlecht im Mittelpunkt. Ein 19-jähriger Duisburger war offenbar der Meinung, beides miteinander verbinden zu können. Allerdings benahm er sich dabei so miserabel, dass er wegen zweifacher Beleidigung vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz landete.

Laut Anklage hatte er eine 16-Jährige, die ebenfalls einen Termin beim Arbeitsamt hatte, provozierend umkreist. Dabei soll er die Qualitäten der Sitzfläche der jungen Dame bewundert haben, allerdings mit wenig schönen Worten. Und er soll sich erkundigt haben, ob die Jugendliche noch Jungfrau sein. Als das irritierte Mädchen seine Mutter telefonisch herbei rief, soll er beide auf höchst unflätige Weise mit Schimpfworten sexuellen Inhaltes bedacht haben. Das rief zunächst die hauseigene Security, später auch die Polizei auf den Plan.

Richter sah Angeklagten als überführt an

Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe vehement. „Das ist eine Intrige, eine Lüge. So etwas würde ich nie tun. Dass jemand so etwas behauptet, ist eine Beleidigung meiner Person.“

Die beiden Zeuginnen behaupteten allerdings genau das. Und der Jugendrichter hatte anschließend wenig Zweifel, dass sich die Tat genau wie in der Anklageschrift beschrieben abgespielt hatte. Dass der Angeklagte behauptete, er habe die 16-Jährige zwar gefragt, ob sie Jungfrau sei, dabei aber nur deren Sternzeichen gemeint, glaubte ohnedies wohl niemand im Saal. Und auch die Forderungen des 19-Jährigen, man möge doch Überwachungsvideos als Beweis anschauen, verhallten ungehört. Schließlich kam es nicht auf Bilder, sondern auf den Ton an.

Der Jugendrichter verdonnerte den 19-Jährigen wegen Beleidigung zu 80 Sozialstunden, zur Zahlung einer Geldbuße von 200 Euro an die Geschädigte und zur Teilnahme an einem Kurs zur Stärkung der sozialen Kompetenz. Erstaunlicherweise nahm der Angeklagte das Urteil an.

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