Gewalt

So oft werden DVG-Mitarbeiter in Duisburg angegriffen

Kontrolleure und Fahrpersonal der DVG werden immer wieder Opfer von Übergriffen oder Beleidigungen.

Kontrolleure und Fahrpersonal der DVG werden immer wieder Opfer von Übergriffen oder Beleidigungen.

Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services

Die Zahl der Übergriffe auf VRR-Personal ist rapide gestiegen. Wie die Duisburger Verkehrsgesellschaft mit Gewalt gegen ihr Personal umgeht.

Sie reißen während der Fahrt Türen auf, beleidigen und bedrohen, und manchmal schlagen, spucken oder treten sie zu: Gemeint sind Randalierer und renitente Schwarzfahrer. In 2018 gab es insgesamt 37 körperliche Übergriffe auf Ticketprüfer der DVG. Zudem hat die Duisburger Verkehrsgesellschaft etwa 140 Vorfälle, wie Beleidigungen, verzeichnet. Im Jahr zuvor waren es 26 Übergriffe mit Verletzungen auf Kontrolleure. „Übergriffe auf das Fahrpersonal gab es in 2017 insgesamt 80, in 2018 waren es 81“, skizziert Naß, Pressesprecherin der DVG, das Ausmaß der Angriffe auf Mitarbeiter im ÖPNV allein in Duisburg. „Wir stellen fest, dass der Ton insgesamt rauer geworden ist“, resümiert Naß.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hatte jüngst überregionale Zahlen veröffentlicht, die eine zunehmende Verrohung im Nahverkehr dokumentieren. Demnach ist die Zahl der Übergriffe auf Zugbegleiter im Ruhrgebiet drastisch gestiegen. Im vergangenen Jahr zählte der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) 3848 Ereignisse, fünf Jahre zuvor waren es 771. Meist ging es um Beleidigungen (3287) und Bedrohungen (383). Die Regierung spricht von einer „stark überproportionalen“ Zunahme, die auch nicht damit zu erklären sei, dass in den vergangenen Jahren mehr Zugbegleiter eingesetzt wurden.

636 Strafanzeigen wegen Türaufreißens und Nothammer-Missbrauchs

Ähnliche Erfahrungen macht auch die DVG, weshalb sie nach eigenen Angaben rund um die Uhr Sicherheitsteams einsetzt, die im Stadtgebiet unterwegs sind. Zudem seien Servicekräfte, überwiegend an den U-Bahnhöfen, im Einsatz und „die Zusammenarbeit mit der Polizei soll weiter intensiviert werden“, so Naß.

Viel häufiger als tatsächliche Gewaltausbrüche komme es aber zu Vorfällen, wie „sogenannte Türaufrisse oder dem Ziehen der Notbremse“, erklärt Naß. Abgesehen von der Sachbeschädigung und dem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, „sind beide Vergehen für alle Fahrgäste wegen des abrupten Bremsvorgangs gefährlich“, macht die DVG-Sprecherin deutlich. Seit 2016 habe die DVG aus solchen Gründen insgesamt 636 Strafanzeigen gestellt.

„Null Toleranz“ bei Gewalt

Um brenzlige Situationen im besten Fall entschärfen zu können, ehe sie eskalieren, bekommen die DVG-Mitarbeiter auch Deeskalationsschulungen. Verbal abrüsten oder schlichten ist das Eine, „Null Toleranz“ bei Gewalt oder gefährlichen Aktionen das Andere. „Die DVG geht konsequent gegen Gefährdungen aller Art vor. Der Schutz und die Sicherheit der Fahrgäste sowie der Mitarbeiter stehen ganz klar im Vordergrund“, berichtet Naß. Das Unternehmen ziehe deshalb klare Grenzen und bringe alle Fälle von Gewalt und Vandalismus zur Anzeige. „Wer eine Gefahr für andere Menschen darstellt, muss außerdem mit einem Beförderungsverbot von mindestens einem Jahr rechnen“, so Naß.

330 Kameras überwachen Haltestellen und Fahrzeuge

Hilfreich ist dabei vor allem das Bildmaterial der Videoüberwachung. Über 330 Kameras überwachen rund um die Uhr allein die U-Bahn-Stationen und viele oberirdische Haltestellen. Hinzu kommen die vielen Kameras in den Bussen und Bahnen. „Die Aufnahmen der Kameras dienen ausschließlich dem Zweck der Beweissicherung im Fall von Gewalt, Zerstörung oder Beschädigung von Fahrzeugeinrichtungen und Diebstahl. Die Kameras speichern die Daten in einer sogenannten Blackbox, einem verschlossenen Aufzeichnungsgerät“, versichert Naß. Eine Auswertung erfolge ausschließlich im Ereignisfall.

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