Smart City

Smart City: Kooperation mit Huawei für Duisburg kein Problem

Patrick Sulewski arbeitet im Rechenzentrum der DVV in Duisburg.

Patrick Sulewski arbeitet im Rechenzentrum der DVV in Duisburg.

Foto: Daniel Tomczak / DVV

Duisburg.  Zur Umsetzung des Masterplans Smart City kooperiert Duisburg mit dem chinesischen Technik-Konzern Huawei. Kritik daran weist die Stadt zurück.

Eine der tragenden Säulen für die Entwicklung Duisburgs als Smart City ist die Technologie. Dass die Stadt dafür mit dem chinesischen Technik-Riesen Huawei kooperiert, hat für viel Kritik gesorgt.

Jan Weidenfeld, Leiter der Stabsstelle Europaangelegenheiten und Geschäftsentwicklung beim Mercator Institute for China Studies in Berlin, hatte im Zuge des 5G-Ausbaus davor gewarnt, dass Huawei Zugang zu kritischen Infrastrukturen bekommt. Denn chinesisches Recht besagt, dass Datenströme der Kommunistischen Partei offengelegt werden müssen, auch außerhalb Chinas. Das wäre insbesondere für Unternehmen gefährlich. Auch die Angst vor Sabotage sei nicht aus der Luft gegriffen.

Keine Warnung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik

Digitaldezernent Martin Murrack sagt, dass es vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik keine Vorgaben gab, die einer Verwendung der Technik von Huawei entgegenstehen würden. Deshalb gebe es nur „Gerüchte, die marktseitig gestreut“ würden.

Das Unternehmen habe sogar seine Quellcodes geöffnet, so transparent seien Apple oder Google nicht. Für das Duisburger Hochsicherheitsrechenzentrum seien Server gekauft worden, beim Thema Telefonie sei ein anderer Anbieter zum Zug gekommen. „Wir sind nicht abhängig und nicht blauäugig“, betont Murrack. Aber man profitiere von der Erfahrung und vom Austausch mit Huawei.

Datensicherheit hat oberste Priorität

„Datensicherheit hat oberste Priorität“, sagt auch DVV-Konzernsprecher Ingo Blazejewski, „entsprechend sind die Rechenzentren und IT-Systeme durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert“. Man profitiere aber von der Erfahrung, die Huawei aus zahlreichen anderen Smart-City-Projekten mitbringe. In vielen Bereichen könne das Unternehmen mit fertigen Lösungen aufwarten. Man werde aber die Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen den USA und China sowie die Vorwürfe gegen Huawei aufmerksam verfolgen.

Blazejewski betont, dass sich die Bedenken gegenüber Huawei vor allem auf die Netzwerkkomponenten für den künftigen Mobilfunkstandard 5G beziehen würden. Diese würden aber nicht von der DVV, sondern von Telekommunikationsunternehmen verbaut.

Hans Pflug, China-Beauftragter der Stadt Duisburg, sieht eine reale Gefahr für Kommunen, in Abhängigkeit von China zu geraten. Deshalb plädiert er für europäische Lösungen. In einem Gespräch mit dieser Redaktion betonte er aber noch kürzlich, dass der Umgang mit Huawei immer fair und korrekt gewesen sei.

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