Smart City

Smart City Innovation Center: Kluge Lösungen für Duisburg

Im Smart City Innovation Center: Stefan Soldat (links), strategischer Leiter des SCDIC, und Marcus Vunic, DVV-Geschäftsführer für Informationstechnologie, setzen auch bei digitalen Themen auf echte Begegnung und Austausch.

Im Smart City Innovation Center: Stefan Soldat (links), strategischer Leiter des SCDIC, und Marcus Vunic, DVV-Geschäftsführer für Informationstechnologie, setzen auch bei digitalen Themen auf echte Begegnung und Austausch.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg.  In Duisburg gibt es nun ein Smart City Innovation Center. Als Zentrum für kluge Ideen soll es Bürger, Wissenschaftler und Firmen zusammenbringen.

Bislang wurde Innovation in virtuellen Ideenschmieden vorangetrieben, jetzt können sich Forscher, IT-ler, Bürger und Unternehmen auch ganz echt im „Smart City Innovation Center“ in Duisburg (SCDIC) begegnen. Im „Fraunhofer-inHaus-Zentrum“ an der Universität Duisburg-Essen wurde dafür eine Etage frei gemacht.

Was aktuell noch mehr nach Messestand aussieht mit vielen anschaulichen Grafiken, Darstellungen und Exponaten soll als „Innovation Hub“ dienen, als „Think Tank“, als Ort eben, der kreative Geister aus unterschiedlichen Branchen zusammenbringt. Der Kicker steht schon parat, gemütliche Sitzecken sind eingerichtet.

Freibad-Tickets in Duisburg bald auch online

Es ist die Woche der Digitalisierung in Duisburg: Gerade erst ist das Service-Portal für Bürger an den Start gegangen, mit dem man online Parkausweise oder eine Geburtsurkunde bekommen kann. Auch die Briefwahlunterlagen lassen sich nach kleinen Startschwierigkeiten jetzt per QR-Code ordern. Für das Ende der Woche kündigt Stadtdirektor Martin Murrack zudem eine Online-Ticketbörse für die Freibäder an.

Jetzt also das SCDIC. Es ist bereits seit Januar im Betrieb, Corona vereitelte eine große Eröffnung im März.

Treiber ist die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV), die für Grundbedürfnisse wie Wasser und Strom zuständig ist. „Inzwischen gehört Rechenleistung dazu, erklärt Stefan Soldat von der DVV, strategischer Leiter des SCDIC. Nur eine Grafik zeigt, wer noch alles dahinter steckt: sämtliche Stadttöchter von den Wirtschaftsbetrieben bis zur Gebag, die Uni und die Sparkasse, Duisport, GfW und IHK. Es gibt kein greifbares Budget, wohl aber gibt jeder – vor allem die DVV – Personal rein und hofft auf ein vielfaches an Gewinn in Form kluger Lösungen, die sich bestenfalls zu Geld machen lassen.

Link: „Die Digitalisierung soll das Leben der Bürger einfacher machen“

Oberbürgermeister Sören Link erklärte zur Eröffnung, dass der Masterplan Digitales Duisburg „ein Dauerlauf ohne Ziel, aber mit vielen Meilensteinen“ sei, jeder einzelne solle das Leben für die Bürger einfacher machen. Deutschland liege bei der Digitalisierung weit zurück, wie zuletzt ein Besuch in der Partnerstadt Vilnius deutlich machte: „Da hat man ein Gefühl dafür bekommen, was im Bereich E-Government möglich ist.“

Das Smart City Innovation Center liegt strategisch günstig – in unmittelbarer Nähe zur Uni mit Forschern, deren Spezialgebiet „Urbane Systeme“ sind. Prof. Frederik Ahlemann als wissenschaftlicher Berater des SCDIC sagt, dass vor allem die Anwendungsforscher profitieren würden. Mit regionalen Partnern könne man kreative Ideen aus der Wissenschaft testen.

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Zu den aktuellen Projekten gehört neben den kürzlich eingeweihten Smarten Laternen etwa die digitalisierte Schülerbeförderung. Ein Start-up lieferte die Idee, jetzt wird die Umsetzung erarbeitet und am Ende soll der Transport zur Schule beschleunigt und verbessert werden.

„Deutsche Datensicherheit“ durch zwei Rechenzentren in Duisburg

Ergänzend soll noch im September der Spatenstich für das zweite Rechenzentrum an der Wedau erfolgen. Damit und mit dem Rechenzentrum in Rheinhausen wolle man sich unabhängiger machen sowie „deutsche Datensicherheit“ liefern, so Marcus Vunic, Geschäftsführer für Informationstechnologie bei der DVV. Auch für Projekte des autonomen Fahrens sei ein hiesiges Rechenzentrum womöglich sicherer, auch wenn die Signale in Lichtgeschwindigkeit Ozeane überwinden könnten. Und schließlich seien für Unternehmen individuellere Lösungen möglich als sie Tech-Riesen wie Microsoft anbieten könnten, ergänzt Stefan Soldat.

Das Innovationszentrum soll vieles möglich machen: Bürger sollen sich weiterbilden, Informatik-Kurse von Schulen an einzelnen Projekten mitarbeiten können. Es wird Hackathons und Workshops geben und in der Nach-Corona-Zeit auch größere Events, versprechen die Initiatoren. „Wir bieten Forschung, Entwicklung und die Präsentation von Smart-City-Lösungen unter einem Dach“, sagt Stefan Soldat. Und Martin Murrack verspricht „Alle Projekte werden einen Nutzen haben für die Bürger und die Verwaltung.“

>> WEITERE INFOS ZUM SMART CITY DUISBURG INNOVATION CENTER

  • Auf der Webseite www.scdic.de gibt es weitere Infos über Lösungen und Leistungen, die Akteure und die Philosophie des Projektes.
  • In den App-Stores gibt es auch eine Smart City App, die über das Vorhaben selbst und anstehende Termine informiert. Registrierte Nutzer können sich an einem Chat beteiligen.
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