Gründer-Serie

Sicherheitsingenieur berät bundesweit Gießerei-Unternehmen

Foto: Christoph Wojtyczka

Duisburg.   Umwelt- und Arbeitsschutz in Gießereien sind das Fachgebiet von Johannes Lindhauer. Selbstständig wurde der Ingenieur zunächst nicht freiwillig.

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Sicher würde mancher Johannes Lindhauer jünger schätzen, doch einen 54-Jährigen als Jungunternehmer zu bezeichnen, wäre wohl doch ein wenig daneben. Das mit der Selbstständigkeit hätte sich, wäre es nach dem Mündelheimer gegangen, wohl auch nicht ergeben. „Man hat mich gezwungen“, sagt der gelernte Elektroningenieur. Seit zwei Jahren berät er Unternehmen zu Umweltschutz und Arbeitssicherheit.

Die Belange von Gießereien sind das Fachgebiet von Johannes Lindhauer, der Sicherheitsingenieur mit Fachausbildung für Arbeitssicherheit war über Jahre als Angestellter für das Institut für Gießereitechnik in Düsseldorf tätig. Betrieben wurde es vom Bundesverband der Gießereien (BdG) für die rund 600 Mitgliedsunternehmen in Deutschland. „Je zur Hälfte wurde dort Forschung und Beratung betrieben“, erklärt Lindhauer. Genau sein Ding, den Job hätte er wohl weitergemacht, hätte nicht er Bundesverband andere Pläne gehabt. „Zunächst wurde die Forschung aufgegeben, dann hat man das Institut komplett liquidiert.“ Was blieb, war der Beratungsbedarf der Unternehmen. „Ich war eigentlich nicht großartig daran interessiert, mich selbstständig zu machen, wie viele meiner Kollegen“, erinnert sich Lindhauer.

Dabei hätte es leichter kaum gehen können. Helm, gelbe Weste und ein Rechner, „den Rest gibt’s bei Ikea“, schmunzelt der 54-Jährige mit Blick auf die Einrichtung in seinem Büro im Tectrum an der Bismarckstraße. Das gehörte eigentlich seiner Lebensgefährtin Dr. Natalia Balcázar – die Expertin für Ressourcen- und Energieeffizienz ist bereits seit zehn Jahren selbstständig. „Es bot sich an, dass wir uns das Büro teilen.“

Die sbm-Kurse (Small Business Management) an der Universität Duisburg-Essen fand er „sehr hilfreich“, die Klippen anderer Gründer hatte Lindhauer allerdings nicht zu überwinden: Kein Finanzierungsbedarf für den Start, „auch Werbung musste ich nie betreiben“. Dem Mündelheimer reichten die guten Kontakte zu vielen Gießereien, die er schon in Diensten des Instituts betreut hatte. Auch zu den einstigen Kollegen gibt es gute Verbindungen. „Für mich war es die richtige Entscheidung“, lautet seine Zwischenbilanz nach zwei Jahren.

Einsatz im ganzen Bundesgebiet

„Ich bin bundesweit unterwegs“, beschreibt er seinen Job. Doch die Zahl der Aufträge sei groß genug für all seine Kollegen, die auf die Metallgießerei spezialisiert sind. „Außerdem sind mittlerweile auch andere Kunden hinzugekommen“, sagt Lindhauer. Ein bis zwei Tage dauert pro Gießerei die Bearbeitung des Themas Emissionsschutz, aufwändiger ist häufig der Bereich Arbeitsschutz. „Meine Aufgabe ist es, mich unbeliebt zu machen“, schmunzelt Lindhauer. „Aber das Thema ist wichtig – erfolgreiche Betriebe gehen diese Fragen an.“

Mit seinem ehemaligen Arbeitgeber, der als BdG-Service seine Expertise künftig wieder anbieten möchte, hat er seinen Frieden längst gemacht: „Meine Kollegen und ich können uns da durchaus eine Kooperation vorstellen.“

Steckbrief: Environet

Environet

gegründet: Juli 2015

Branche: Unternehmensberatung im Bereich Umweltschutz und Arbeitssicherheit
Einzelunternehmer

Mitarbeiter: Keine, Kooperation mit anderen Beratern

Kontakt: Johannes Lindhauer, lindhauer@enviro-net.de
www.enviro-net.de

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