Seltenes Programm voller Erstaufführungen

Ein Philharmonisches Konzert, in dem fast nur Duisburger Erstaufführungen erklingen, ist ein seltenes Ereignis. Im 6. Konzert der Saison begab sich Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi auf eine Entdeckungsreise in nordische Gefilde mit vier Duisburg-Debüts.

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Ein Philharmonisches Konzert, in dem fast nur Duisburger Erstaufführungen erklingen, ist ein seltenes Ereignis. Im 6. Konzert der Saison begab sich Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi auf eine Entdeckungsreise in nordische Gefilde mit vier Duisburg-Debüts.

Die erste Konzerthälfte ist den Dänen Niels Wilhelm Gade und Carl Nielsen gewidmet. Nielsens Konzert ist das größte und wichtigste Werk des Abends, es vereint eine nachvollziehbare Melodik mit einer klassischen Verarbeitung der Themen. Der junge griechische Klarinettist Dionysis Grammenos spielt diese Musik mit großer Meisterschaft. Bei ihm ist die Klarinette ein zart-lyrisches Instrument. In den schnellen Passagen lässt er auch musikalischen Humor aufblitzen und das Konzert aus dem Jahr 1928 manchmal sogar jazzig wie eine Gershwin-Komposition tänzeln. Die Kadenzen formt Grammenos, der mit großem Beifall bedacht wird, zu virtuosen Plaudereien. Bemerkenswert ist die Rolle der kleinen Trommel als Impulsgeber; sie setzt auch musikalische Ausrufezeichen.

Die Konzertouvertüre „Nachklänge des Ossian“ von Gade erinnert mit ihren Farben und dem stürmischen Impetus der Streicher an die schottischen Stücke Felix Mendelssohn-Bartholdys. Bellincampi entfaltet mit den Philharmonikern eine beschwingte Dramatik. Gades archaische Einleitungsakkorde korrespondieren gut mit der berühmten Fantasie über ein Thema von Thomas Tallis von Ralph Vaughan Williams. Dem Briten ist die zweite Konzerthälfte gewidmet. In diesem verklärenden Idyll der Streicher arbeitet Bellincampi sehr schön Aufschwünge, Verdichtungen und Abdunkelungen des Klangs heraus.

Umrahmt wird die Fantasie von zwei Chorwerken Vaughan Williams, die vom Philharmonischen Chor interpretiert werden, der von Marcus Strümpe einstudiert wurde. „Towards the Unkown Region“ entpuppt sich jedoch aufgrund seiner langsamen Entwicklung und des undifferenzierten Orchestersatzes als schwache Komposition.

Von ganz anderem Kaliber ist da die „Six Choral Songs – to be Sung in Time of War“ aus dem Jahr 1939. Diese Musik besitzt ein klares Profil: Jedes Stück hat seine eigene Charakteristik und die Orchesterbegleitung zeigt sich vielfältig und abwechslungsreich. Zudem können sich die einzelnen Stimmgruppen durch ihren engagierten Gesang präsentieren. – Starker Beifall für ein ungewöhnliches Programm und vor allem für den Philharmonischen Chor.

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