Kirche

Seemannsmission in Duisburg steht vor dem Aus

Gitta Samko organisiert die Seemannsmission in Duisburg. Hier ist sie mit dem Kirchenschiff „Johann Hinrich Wichern“ unterwegs.

Gitta Samko organisiert die Seemannsmission in Duisburg. Hier ist sie mit dem Kirchenschiff „Johann Hinrich Wichern“ unterwegs.

Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.  Landeskirche will den Zuschuss von 67.000 Euro einsparen. Insbesondere die Unterstützung für internationale Seeleute müsste dann eingestellt werden. Sicher ist nach bisherigen Einsparungen bereits: Das Haus der Schiffergemeinde schließt bereits im Juli 2015.

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Tausende Matrosen aus aller Herren Länder landen (und manche stranden) in Duisburg, Deutschlands südlichstem Seehafen. Viel Unterstützung und Hilfe in Notlagen erfahren sie vom Binnenschifferdienst der Ev. Kirche und hier vor allem von der Seemannsmission.

Doch dieser Dienst ist gefährdet, weil die Landeskirche im Rheinland ab 2016 die letzten 67.000 Euro Zuschuss einsparen will. Die Duisburger Synode berät am Wochenende eine Resolution an die Vertretung der Evangelischen Kirche im Rheinland, diesen Streichvorschlag nicht umzusetzen. Den endgültigen Beschluss darüber fasst die Landessynode im Januar.

Kirchenboot an 100 Tagen unterwegs

Im Wesentlichen bietet die seefahrende Seelsorge in Duisburg drei Dienste an: Das Kirchenschiff Johann Hinrich Wichern betreut vor allem Binnenschiffer, ist an rund 100 Tagen im Jahr unterwegs auf 700 Kilometern Flüssen und Kanälen zwischen der Grenze zu Holland und Köln, betreut Partikuliere, die oft sehr isoliert den größten Teil des Jahres auf ihren Schiffen verbringen. Manchmal traut Pfarrer Frank Wessel an Bord sogar Paare oder tauft Kinder.

Durch die Einsparung bedroht ist allerdings nicht das Kirchenboot (wird weiter durch eine Landeskollekte und Kostenübernahme für die Pfarrstelle finanziert), sondern die Seemannsmission, organisiert von Mitarbeiterin Gitta Samko. Sie kümmert sich häufig sehr handfest um die Nöte von Besatzungsmitgliedern auf großen Überseepötten. „Diese Arbeit kann auch sehr diakonisch sein“, sagt Wessel. Die Mission nimmt Post für die Weitgereisten entgegen, kümmert sich um Matrosen, wenn sie hier als Notfall ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen, bei internationalen Crews oft mutterseelenallein in einem fremden Land. Wessel: „Wir sind dann stellvertretend für die Region Gastgeber für Menschen, um die sich kaum jemand kümmert.“ Würde der Zuschuss der Landeskirche gestrichen, müsste die Seemannsmission eingestellt werden.

Ein weiteres Angebot wird definitiv aufgegeben, nachdem die Zuwendungen bereits von 220 000 auf 67.000 Euro gesenkt wurden: Ende Juli 2015 wird das Haus der Schiffergemeinde in Homberg geschlossen, die Jugendarbeit sowie die Unterbringung von Binnenschiffern und Seeleuten aufgegeben.

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