Nahverkehr

Schulen sind durch neuen Bus-Fahrplan schlecht angebunden

Eine nahtlose Verbindung zwischen allen wichtigsten Punkten im Duisburger Süden wünschen sich alle Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel.

Eine nahtlose Verbindung zwischen allen wichtigsten Punkten im Duisburger Süden wünschen sich alle Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel.

Foto: Daniel Tomczak / DVV

Duisburg-Süd.  Schüler müssen deutlich länger zu Gymnasium und Co. fahren. Und: Zentrale Punkte im Duisburger Süden sind nur noch nach Umstiegen erreichbar.

Seit Ende Oktober gilt in Duisburg der veränderte Nahverkehrsplan. Besonders im Süden beschweren sich viele Bürger über die veränderten Linienführungen. Die größten Kritikpunkte gelten der neuen Linie 940 und der Anbindung an das Schulzentrum Süd.

Matthias Höfer beschwert sich über die neuen Linienführungen in Großenbaum: „Auf der Großenbaumer Allee von der Haltestelle Am Krähenhorst bis zur Ostseite des Bahnhofs Großenbaum fuhren bisher drei Buslinien und bedienten die Haltestelle Zu den Birken, die von vielen Fahrgästen wegen der Einkaufsmöglichkeiten und der Nähe zu den Ärzten sehr beliebt und frequentiert war.“ Dieser Abschnitt wird nun überhaupt nicht mehr angefahren, weil die Linie 946 wegfällt und die 940 und 941 einen geänderten Kurs erhielten.

Buslinien 940 und 940 fahren einen Umweg durchs Gewerbegebiet

„Der Bus biegt nicht mehr von der Saarner Straße kommend nach rechts auf eben diesen Abschnitt ab, sondern fährt wieder Richtung Düsseldorf und auf die Westseite des Bahnhofs Großenbaum. Dort fährt er einen sieben Minuten langen Umweg durch ein menschenleeres Industriegebiet und macht sogar noch einen Abstecher zur Buscher Straße, bis er am Altenbrucher Damm wieder auf die bisherige Streckenführung gelangt.“

Höfer geht mit seiner Kritik noch weiter: Für Bürger aus Großenbaum und Rahm sei es nun nicht mehr möglich, auf direktem Wege zum Gesundheitszentrum am Sittardsberg zu gelangen, „sie müssen stattdessen an der Münchener Straße für eine Station in die Linie 942 umsteigen“, sagt er. „Offenbar spielt Rücksichtnahme für Behinderte und alterseingeschränkte Menschen, die eben gerade viele Arztbesuche unternehmen müssen, keine Rolle.“

Schlechte Anbindung an Gymnasium, Berufsschule und Sekundarschule

Den Bürgerverein Großenbaum/Rahm stört die Anbindung an das Schulzentrum Süd: „Das Mannesmann-Gymnasium, die Berufsschule und die Sekundarschule Biegerpark sind nur noch mit den E-Bussen zu erreichen“, kritisiert Heike Schmitz-Fehlberg. Ein regulärer Bus hält dort nicht mehr. „Zwar gibt es die neue Buslinie 940, die immerhin in der Nähe des Schulzentrums hält, nämlich an der Haltestelle Am Ziegelkamp, das bedeutet aber 15 Minuten mehr Fahrzeit pro Strecke.“ Grund: Die Schlenker über Wanheim und Großenbaum, die auch Höfer missfallen. „Ein Schildbürgerstreich“, findet Schmitz-Fehlberg.

„Eine schnelle Direktverbindung zum U79-Haltepunkt am Sittardsberg ist für Pendler und Schüler, die Ziele im Düsseldorfer Norden erreichen müssen, unerlässlich.“ Der Bürgerverein fordert deswegen eine umstiegsfreie Verbindung von Großenbaum zum Sittardsberg. „Es darf nicht sein, dass ganze Stadtteile von solch wichtigen Einrichtungen abgekoppelt werden.“

Haltestelle Am See gibt es nur in eine Fahrtrichtung

Kritik gibt es auch an der neuen Linie 941: Brigitte Kampmann wohnt in Wedau und beklagt sich, dass der Bus zwar in Richtung Krefeld an der Haltestelle Am See stoppt, nicht aber in der Gegenrichtung. „Da gibt es keine neue Haltestelle im bewohnten Gebiet an dieser Ecke“, sagt sie. Der Ausstieg ist erst am Wolfssee möglich oder aber an der Haltestelle Neidenburger Straße. 1200 Meter beträgt die Distanz dazwischen. „Man trägt seine Einkäufe vom Wolfssee schön am Masurensee entlang zurück ins bewohnte Gebiet und kann ein Pläuschchen mit Fuchs und Hase halten“, so Kampmann.

Leserkommentare (7) Kommentar schreiben