Prozess in Duisburg

Schütze muss nach Schuss auf Polizisten in die Psychiatrie

Die denkmalgeschützte Fassade des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße

Die denkmalgeschützte Fassade des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße

Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Ein seelisch gestörter Duisburger hatte einem Polizisten ins Bein geschossen. Das Landgericht ordnet die Unterbringung in einer Psychiatrie an.

Mit einem wenig überraschenden Urteil endete am Donnerstag ein Prozess gegen einen 47-jährigen Duisburger vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz. Die 3. Große Strafkammer ordnete seine dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Bei einem Schusswechsel mit der Polizei hatte er im Juli 2018 einen Beamten verletzt und war selbst durch zwei Kugeln getroffen worden.

Bereits zweimal in den Monaten zuvor war eine Familie an der Heerstraße durch Schüsse zu Tode erschreckt worden, die ein bis dato Unbekannter auf ein Fenster ihrer Wohnung abgab. Als es am Tattag zu ungewöhnlich früher Stunde an ihrer Tür Sturm klingelte, hatten die verängstigten Bewohner lieber gleich die Polizei gerufen.

Schusswechsel auf der Heerstraße

Die traf ganz in der Nähe den Beschuldigten an. Auf die Aufforderung der Beamten, stehen zu bleiben, reagierte der 47-Jährige allerdings nicht. Im Weglaufen zog er eine Waffe und schoss aus der Bewegung auf einen Polizisten, den er schwer am Bein verletzte. Der Beamte schoss zurück und traf den 47-Jährigen am rechten Arm und an der Hüfte. Die Wunden mussten allerdings nur ambulant versorgt werden.

In dem Verfahren war es von vorne herein nicht um eine Bestrafung des unter einer schweren seelischen Störung leidenden und deshalb schuldunfähigen 47-Jährigen gegangen. Mit dem Urteil kam die Kammer im so genannten Sicherungsverfahren dem Antrag der Staatsanwaltschaft nach, die Allgemeinheit durch eine Unterbringung des Angeklagten vor weiteren Straftaten zu schützen.

Der Angeklagte leidet unter Wahnvorstellungen

Der Mann hatte zu Beginn des Prozesses durch seinen Verteidiger ein dürres Geständnis vortragen lassen und sich für die Tat entschuldigt. Wie dramatisch es um den Geisteszustand des 47-Jährigen stand, machte erst der Vortrag einer psychiatrischen Sachverständigen deutlich.

Sie berichtete, dass der unter einer paranoiden Schizophrenie leidende Mann sich in seinem Wahn einbildete, regelmäßig durch Strahlen gefoltert zu werden. Er litt körperliche Schmerzen. Auch eine Nachbarin hatte er als Folter-Opfer ausgemacht. Er begann die Frau zu verfolgen, gab zwei Schüsse in ihre Wohnung ab. Am Tattag hatte er seinen Plan vollenden wollen: Er wollte die Frau von ihrem Leiden erlösen.

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