Sommer-Uni

Schüler schnuppern Uni-Luft auf dem Duisburger Campus

Die Schülerinnen Lia, Agnes und Natalie (v.l.) werfen einen Blick ins Mikroskop. Studentin Tanja Strusch (hinten links) berät sie dabei.

Die Schülerinnen Lia, Agnes und Natalie (v.l.) werfen einen Blick ins Mikroskop. Studentin Tanja Strusch (hinten links) berät sie dabei.

Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   In der Sommer-Uni geben Studenten rund 120 Schülern Einblicke in Physik, Chemie, Technik oder die weite Welt der winzigen Nano-Teilchen.

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Tanja Strusch ist das beste Vorbild für die Mädchen, die heute an die Sommer-Uni gekommen sind. Die 24-Jährige macht bald ihren Master in Physik und kam vor einigen Jahren selbst über einen Schnupperkurs an die Uni Duisburg-Essen (UDE). „Dabei war der Physik-Unterricht in der Schule eine Katastrophe“, sagt die Studentin. „Erst in dem Kurs habe ich gesehen, dass Physik spannend ist.“ In diesen Ferien ermutigt Tanja selbst die Schülerinnen. In der Sommer-Uni experimentieren in dieser Woche wieder 60 Mädchen und 60 Jungen zu Sudokus, LEDs, Wasseraufbereitung, Planeten oder Logistik. Die Woche bietet ihnen Möglichkeiten, sich in naturwissenschaftlichen Fächern wie Physik, Chemie, Biologie, Technik oder Informatik zu orientieren.

Viel hängt vom Lehrer ab

Im Idealfall läuft es so wie bei Tanja Strusch. Doch es ist nicht immer leicht, Mädchen für die naturwissenschaftlichen Fächern zu begeistern, weiß auch Dr. Kirsten Dunkhorst, die das Evonik-Schülerlabor im Bereich Nano-Engeneering in den Ingenieurswissenschaften leitet. Seit das Labor 2010 eröffnet wurde, kommen regelmäßig Schülergruppen zum Experimentieren ins MD-Gebäude der Hochschule. „Wir sind mit einem Anteil von 30 Prozent Mädchen gestartet und liegen heute bei 50 Prozent“, sagt Kirsten Dunkhorst. „Man muss die Mädchen motivieren und ihnen den Stoff anschaulich vermitteln.“ Im Schulunterricht gebe es leider immer noch viel Frontalunterricht, wenig praxisbezogene Aufgaben.

„Ob einem das Fach dann Spaß macht, hängt oft vom Lehrer ab“, findet die 18-jährige Lia aus Xanten, die sich in dieser Woche in der UDE informiert. Als Leistungskurse hat sie Biologie und Mathe gewählt. „Trotzdem würde ich lieber Chemie studieren“, sagt sie. „Weil man damit alles bis ins Kleinste verstehen kann.“ Im Fachbereich Nano-Engeneering hat sie heute erst einmal das Mikroskopieren geübt. „Wir haben uns verschiedene Oberflächenstrukturen in der Vergrößerung angeschaut. „Etwa einen Gecko, Schmetterlingsflügel oder eine Papageienfeder.“ Im Schülerlabor dürfen sie nicht nur mit dem Rasterelektronenmikroskop experimentieren, sondern auch einen Nano-Chip mit Hilfe von Hibiskustee zum Klingen bringen.

In die weite Welt der winzigen Nano-Teilchen tauchen auch Alexandra und die anderen Schülerinnen ihrer Gruppe ab. „Der Mathe-LK macht mir Spaß, aber ich weiß noch nicht, ob ich das studieren möchte“, sagt die Zwölftklässlerin. „Ich könnte mir gut vorstellen, später in der Forschung zu arbeiten.“ Die Woche nutze sie, um mehr über die Studieninhalte zu erfahren.

Aber vielleicht sind ja auch die Nano-Wissenschaften was für Alexandra: Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Lisa Liborius führt die Mädchen nach einer kurzen Einführung in die Halbleitertechnik durch das Reinraumlabor der Nano-Wissenschaftler. Bevor es in die staubfreien Räume geht, streifen die Mädchen weiße Schutzanzüge über, setzen sich Haarnetze auf und stülpen Plastiktüten über ihre Schuhe. „Wir arbeiten hier mit winzig kleinen Strukturen, die sehr anfällig sind“, sagt Lisa Liborius und erklärt die verschiedenen Geräte und Messinstrumente, mit denen die Mitarbeiter der beiden Fachbereiche Optoelektronik und Halbleitertechnik arbeiten, um Bauelemente herzustellen. „Interessant“, finden die Mädchen.

Nach so viel Input haben sie Hunger bekommen und ziehen Richtung Mensa. Auch das gehört zum Programm: Uni-Luft schnuppern. Spannend, wie es am Campus zugeht, finden die Mädchen.Vielleicht lernen einige von ihnen schon bald in einer „echten“ Vorlesung.

>>MARKT DER STUDIENMÖGLICHKEITEN

Seit über 20 Jahren macht die Uni mit der Projektwoche Lust auf die MINT-Fächer. Die meisten Veranstaltungen sind nach Geschlechtern getrennt, um vor allem junge Frauen besser ansprechen zu können.

Am Donnerstag, 24. August, gibt es von 13.30 bis 15 Uhr einen Markt der Studienmöglichkeiten (Raum SG 135). Er steht allen Interessierten offen.

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