Wohnen

Schrotthäuser: Stadt Duisburg hat 65 Objekte im Visier

Diese Schrottimmobilien an der Friedrich-Ebert-Straße in Duisburg-Laar sollen abgerissen werden.

Diese Schrottimmobilien an der Friedrich-Ebert-Straße in Duisburg-Laar sollen abgerissen werden.

Foto: Funke Foto Services

Duisburg.  Bruchbuden mit absurden Wuchermieten: Einsatztruppe Problemimmobilien der Stadt hat bislang 25 Häuser kontrolliert und drei für unbewohnbar erklärt.

65 neue Problemhäuser im Visier, 25 Häuser bereits überprüft, drei davon für unbewohnbar erklärt, ein Haus geschlossen und zwei weitere mit acht Wohnungen wegen einer konkreten Gefahr geräumt: Dies ist die Jahresbilanz der neuen „Task-Force Problemimmobilien“ der Stadt Duisburg, die seit Frühjahr 2014 im Stadtgebiet unterwegs ist. Ihre erste Aktion im Sommer 2014: Das bundesweit unrühmlich bekannt gewordene und mit bis zu 1000 Bewohnern überbelegte Problemhaus „In den Peschen“ in Rheinhausen für unbewohnbar zu erklären.

Möglich macht dies das neue Wohnungsaufsichtsgesetz, das im Frühjahr 2014 in Kraft getreten ist. Das neue Gesetz erlaubt den Städten, Häuser zu schließen, die überbelegt und vermüllt sind, oder die (zudem noch) hygienische oder bauliche Mängel aufweisen.

Bruchbuden mit absurden Wuchermieten: Vor allem Zuwanderer aus Südosteuropa, aber auch illegale Einwanderer sind die Opfer dieser katastrophalen Wohnverhältnisse, gegen die die Verwaltung seit einem Jahr mit ihrer Einsatztruppe zu Felde zieht. Sie arbeitet gründlich, effektiv aber nicht blitzschnell: Ein bis zweimal im Monat kommt es zu einer Kontrolle. Zu komplex, so die Stadt, seien solche sehr arbeitsaufwendigen Standort-Kontrollen.

Gemeinsame Task-Force gegen Schrott-Immobilien

Denn die Task-Force setzt sich aus einer großen Gruppe von 14 Mitspielern zusammen: Rechtsamt, Bürger- und Ordnungsamt, Feuerwehr und Zivilschutzamt, Amt für Soziales und Wohnen, Jugendamt, Gesundheitsamt, Amt für Stadtentwicklung, Amt für Baurecht und Bauberatung, Büro OB, die Polizei, die Stadtwerke, die Wirtschaftsbetriebe. Unterstützt werden sie zudem vom Zoll und der Steuerfahndung.

Im Jahr 2014 hat die „Task Force Problemimmobilien“ 10 Häuser mit 142 Wohnungen überprüft. In fast allen Häusern wurden bauliche Mängel, mangelhafte Elektronik und Schimmelbildung vorgefunden. Vielfach wurden auch beschädigte Haustüren, defekte oder nicht vorhandene Klingelanlagen und Briefkastenanlagen, miserable sanitäre Anlagen, Glasbruch überall, Schädlingsbefall und größere Vermüllungen im Haus, Vor- und Hinterhöfen festgestellt. In diesem Jahr 2015 waren es bislang 15 Standorte und weitere 65 stehen auf der nach oben offenen Beobachtungsliste.

Hochfeld, Marxloh, Bruckhausen, Meiderich, Rheinhausen

Beschwerden aus der Nachbarschaft, unstimmige Angaben über tatsächliche und formal gemeldete Bewohner, aber auch eigene Beobachtungen des Außendienstes der Stadt bescheren dann den meist völlig abgewohnten Häusern die unangemeldete Visite der Task-Force.

Doch das neue Gesetz hat das Problem nicht wirklich gelöst, sondern fast immer nur verlagert. Denn, wird eine Wohnung für unbewohnbar erklärt, sind die Bewohner direkt in die nächste Schrottimmobilie weiter gezogen, erklärt Susanne Stölting, Sprecherin der Stadt Duisburg: „Wir haben beobachtet, dass sich die Brennpunkte schlicht verlagert haben. Und diese Brennpunkte liegen nach Angaben der Stadt in Hochfeld, Marxloh, Bruckhausen, Meiderich, Rheinhausen.

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