Duisburg-Panorama (1)

Schöne Aussichten vom Kaiserberg auf Duisburg

Die Fersicht von der Aussichtsplattform Schnabelhuck auf dem Kaiserberg reicht auch bis zum Thyssen-Krupp-Werk in Bruckhausen (l.). Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Die Fersicht von der Aussichtsplattform Schnabelhuck auf dem Kaiserberg reicht auch bis zum Thyssen-Krupp-Werk in Bruckhausen (l.). Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

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Duisburg.Die neue WAZ-Serie Duisburg-Panorama zeigt schöne Aus- und Fernsichtpunkte auf Duisburg. Den Anfang macht der Schnabelhuck – eine auf dem Kaiserberg in Duissern gelegene Aussichtsplattform.

Das sanfte Licht der untergehenden Herbstsonne legt sich wie ein orangefarbener Samtschleier auf den Kühlturm des Kraftwerks Walsum, das sich da hinten so majestätisch am Horizont aufrichtet. Gleich daneben, wie eine Stadt in der Stadt, erhebt sich in scharfkantigen Umrissen das gigantische Thyssen-Krupp-Werk in Bruckhausen. Und auch über die beiden rostbraunen Hochöfen in Schwelgern schweift von hier oben aus der Blick des staunenden Betrachters. Ein Panorama auf die industrielle Seite Duisburgs zum Niederknien. Willkommen auf der Aussichtsplattform Schnabelhuck – dem nördlichsten Ausläufer des Kaiserbergs.

Bis 1881 hieß der Kaiserberg noch Duissernberg oder Duissernscher Berg. Kein Wunder, liegt der zwischen Schweizer Straße, Mülheimer Straße und Autobahn 3 anzutreffende Waldpark doch in eben jenem Stadtteil. Seine erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1334 als „mons dusseren“. Seit 1868 ist er Eigentum der Stadt. Ein Jahr darauf begann ein „Verschönerungsverein“, dort Wege und einen großen von Bäumen umgebenen Platz anzulegen – die Sedanwiese. Diese ist heute bei Schneefall noch immer ein beliebter Treffpunkt für junge und alte Rodler.

Das rund 34 Hektar umfassende Areal liegt in seinem höchsten Punkt rund 80 Meter über dem Meeresspiegel. „Damit ist das einer der höchsten natürlichen Punkte in ganz Duisburg“, sagt Volker Heimann, stellvertretender Leiter des städtischen Amtes für Umwelt und Grün. Der nördliche Ausläufer der Anhöhe verjüngt sich zunehmend und hat am Ende die Form eines Entenschnabels – daher der Name Schnabelhuck.

Hier thronte gegen Ende des 19. Jahrhunderts noch ein Aussichtshäuschen, die so genannte Liebeslaube. Auch sie litt unter den zahlreichen Erdrutschen, die sich in Folge der geologischen Beschaffenheit des Kaiserbergs ereigneten. Das endgültige Ende für das Aussichtshäuschen kam mit dem Bau der angrenzenden Reichsautobahn im Jahr 1936.

Wer heute die Aussichtsplattform betritt, dem fällt zunächst ihre Ungepflegtheit auf. Neben und auf den vier Holzbänken, die Spaziergänger eigentlich zum Rasten einladen sollen, liegen leere Weinflaschen und anderer Unrat. Einen Mülleimer sucht der Besucher vergeblich. Das Panorama ist nach wie vor atemberaubend. Allerdings sind einige Büsche und Bäume im Sichtfeld inzwischen so hoch gewachsen, dass sie für kleinere Zeitgenossen eine störende Einschränkung darstellen.

„Wir haben auf dem Kaiserberg mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II seit 2009 zahlreiche Wege neu gemacht und alte Holz- gegen neue Stahlbänke ausgetauscht“, erzählt Heimann. „Als wir aber am Schnabelhuck weitermachen wollten, war das Geld aufgebraucht“, erklärt Amtskollegin Mareike Süselbeck die krassen Ausstattungs-Unterschiede.

Zwei Wege gibt es hinauf zum Schnabelhuck: Einer verläuft von Norden von der Gottfried-Kinkel-Straße kommend über einen Waldweg und am Ende über 78 steinerne Stufen hinauf zum Plateau. Der andere führt über einen Waldweg aus Richtung Süden kommend durch das Kaiserberg-Areal dorthin. Wer die Plattform gefunden hat, dem bleibt nur noch das Genießen.