Tatort

Schimmi-Krimi mit Schnäuzern statt Kamellen und Karneval

Einzige Verkleidung, die erlaubt ist: Der typische Schimanski-Schnauzer.

Einzige Verkleidung, die erlaubt ist: Der typische Schimanski-Schnauzer.

Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services

Karnevalsverweigerer begeben sich mit Schnäuzer und Schnaps auf die Spuren des Kult-Kommissars durch Ruhrort. Gute Laune trotz Regen

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Die Schimanski-Tour durch Ruhrort soll eigentlich eine Alternative zu Karneval sein, für Faschingsmuffel und Skeptiker des jecken Brauchtums – doch gerade der Führungsbeginn ähnelt schon stark einer feucht-fröhlichen Narrentruppe, die für den Rosenmontagsumzug nichts passendes zum Verkleiden gefunden hat. Dafür aber Schnaps und gute Laune.

Schimmi, Scherze und Sturm

Es ist die zweite Auflage „Schimmi statt schunkeln“ vom Veranstalter DU-Tours. Im vergangenen Jahr kamen über 30 Fans des Duisburger Kult-Kommissars, um lieber die Schauplätze der Tatort-Serie zu sehen als Kamellen und Kostümierungen in den Karnevalshochburgen. Dieses Mal sind es nur sieben Faschingsverweigerer, die sich trotz Hagel und Regen mit Tourleiter Henry „Lehmanski“ Lehmann in die groben und verruchten Geschichten und Gespräche des Horst Schimanski vertiefen.

Zum Start verteilt „Lehmanski“ erstmal Schnaps. „Stadtgespräch“ nennt sich das Getränk von der nahe gelegenen Parfümerie am Neumarkt im Ruhrorter Zentrum. „Damit kann man ja Fenster putzen“, scherzt Monique Maschmann, Schimmi-Fan und auf Einladung aus Witten angereist.

Der Großteil der gut gelaunten Gruppe bildet das Fünfgestirn um Monika und Uwe Herzig aus Rumeln, die drei Freunde – darunter auch Monique Maschmann – mit zu der Tour gebracht haben. Ebenso die Anklebe-Schnäuzer. „Bislang waren die Führungen immer ausverkauft, aber jetzt zu Karneval haben wir endlich Tickets bekommen“, erzählt Monika Herzig. „Schimmi hatte das Herz immer auf der Zunge“, findet Monique Maschmann beim Gespräch unter Tatort-Kennern. Ihr Spruch mit dem Fenster putzen würde Schimanski womöglich auch gefallen.

Die fröhliche Stimmung bleibt selbst erhalten, als „Lehmanski“ die Ruhrort-Touris ins Sturmtief nach draußen bittet. Die Atmosphäre ist gut, „denn es sind keine Klugscheißer mit dabei“, witzelt der Touleiter. Er führt die Sieben mit den Schnäuzern zu markanten Stellen in Schimanski-Tatorten: zum Uferplatz mit Schimmis erster Leiche, der „Schimmi-Gasse“, in der er und Thanner sich verstecken und es geht zum „Anker“ – der Lieblingsschenke des draufgängerischen Kriminalhauptkommissar, gespielt von Götz George.

„Mit dem Schnäuzer und dem dreckigen Wetter fühlt man sich ja fast selber wie in einer Krimiserie“, meint einer der Hobby-Horst Schimanskis. Ob sie die zweistündige Führung bei dem Wetter durchhalten, will „Lehmanski“ von der Gruppe wissen. „Müssen wir ja“, schreit Monika Herzig. Hart, aber herzlich.

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