Havarie

Schiff rammt A42-Brückenpfeiler in Duisburg – Unfallursache noch unklar

Ein Schiff mit mehr als 100 Passagieren an Bord war am Dienstagabend gegen einen Brückenpfeiler geprallt. Die Polizei untersucht die Hintergründe des Unfalls, bei dem mehrere Menschen verletzt wurden.

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Duisburg.  Nach der Havarie eines Flusskreuzfahrtschiffs bei Duisburg-Baerl ermitteln Experten, warum die "Swiss Crystal" gegen den Brückenpfeiler prallte.

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Nach der schweren Havarie des Flusskreuzfahrtschiffs "Swiss Crystal" auf dem Rhein bei Duisburg-Baerl am Dienstagabend versuchen nun Experten, den genauen Unfallhergang zu ermitteln. Der Havarist wurde für die Untersuchungen etwa einen Kilometer stromabwärts nach Duisburg Mühlenweide am Eingang des Ruhrorter Hafens geschleppt. Wann das Schiff wiedergegeben werden kann, ist noch unklar.

Autobahn 42 wieder freigegeben – Kapitän nicht unter Alkoholeinfluss

26 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder wurden laut der in der Schweiz ansässigen Reederei Scylla bei der Havarie am Dienstagabend verletzt, vier davon schwer. Unter den Verletzten war auch der Kapitän des Hotelschiffs, der einen Schock erlitt und am Mittwoch laut Polizei noch nicht vernehmungsfähig war. Ein in solchen Fällen routinemäßig durchgeführter Alkoholtest habe keinen Hinweis darauf ergeben, dass der Kapitän betrunken gewesen sei, so der Duisburger Polizeisprecher Ramon van der Maat.

Die A42 musste bis Mittwochvormittag in beide Richtungen gesperrt werden. Statiker des Landesbetriebs Straßen NRW haben die Brücke mittlerweile aber wieder für den Verkehr freigegeben.

Brückenpfeiler steht wegen erhöhten Pegels im Wasser, nicht an Land

Den Hergang der Havarie ermitteln nun Experten der Schiffuntersuchungskommission des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA). Auch ein Notfallteam der Reederei, die insgesamt 28 Schiffe betreibt, sowie Versicherungsexperten seien vor Ort.

Das Passagierschiff war gegen 20.45 Uhr mit einem Brückenpfeiler der Autobahn 42 kollidiert und auf Grund gelaufen sowie in Schieflage geraten. Der Bug wurde dabei heftig beschädigt. An Bord des Flusskreuzfahrtschiffs "Swiss Crystal" befanden sich zu diesem Zeitpunkt 101 Passagiere, zwei Reiseleiter und 26 Besatzungsmitglieder. Die meisten Fahrgäste stammen nach dpa-Informationen aus den Benelux-Staaten, vor allem aus den Niederlanden.

Den ersten Ermittlungen der Polizei zufolge war die "Swiss Crystal" stromabwärts in einer langgezogenen Rechtskurve gegen den Brückenpfeiler am linken Ufer geprallt. Augenzeugen berichten, dass das Schiff nach der Kollision quer im Wasser stand. Normalerweise steht der Pfeiler bei Niedrigwasser an Land, am Dienstagabend allerdings wegen des erhöhten Pegels (5,68 Meter) im Wasser.

Ein anderes Schiff stabilisierte längsseits den Havaristen

Wie die Feuerwehr Duisburg berichtet, kam nach der Kollision ein anderes, nicht betroffenes Schiff – die Emily Bronte" – zu Hilfe, habe längsseits fest gemacht und so den Havaristen stabilisiert. Dutzende Feuerwehrschiffe waren nach der Alarmierung im Einsatz. Mehrere Boote von Feuerwehr, Polizei und THW patrouillierten an der Unfallstelle auf dem Rhein mit Suchscheinwerfern.

Ein zweites Hotelschiff nahm nach Überprüfung der Schwimmfähigkeit die schwer beschädigte "Swiss Crystal" ins Schlepptau und zog sie bis zur Mühlenweide bei Ruhrort - wo die verbliebenen Passagiere gegen 0.30 Uhr den Havaristen verlassen konnten.

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