Calaisplatz in Duisburg

Sanierung des Stadtmauer-Turms verzögert sich weiter

Die Restaurierungsarbeiten verzögern sich. Der Stadtturm am Calaisplatz ist weiter verhüllt.

Die Restaurierungsarbeiten verzögern sich. Der Stadtturm am Calaisplatz ist weiter verhüllt.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Altstadt.  Seit einem Jahr ist Duisburgs Stadtmauer-Turm verhüllt. Das nervt Anwohner. Warum sich die Sanierungsarbeiten am Calaisplatz weiter verzögern.

Plastikplanen und Stahlgerüste verwehren den Blick auf den historischen Stadtmauer-Turm am Calaisplatz – seit mittlerweile zwölf Monaten. Die Restaurierung der mehr als 1000 Jahre alten Mauer – eines der bedeutendsten Bauwerke Duisburgs – zieht sich hin. Ein Ende ist vorerst nicht absehbar.

Absperrgitter und hässliche Planen

Anwohner Andreas Schulz blickt seit geraumer Zeit nur noch auf Absperrgitter und hässliche Planen. Erst im vergangenen Jahr ärgerte er sich, „dass am Turm nichts passiert.“ Schulz wohnt direkt in der Nähe der Stadtmauer: „Es ist schade, dass man immer auf die unfertigen Arbeiten an der Mauer blicken muss“, sagte er.

Unverständnis über die Fahrigkeit im Umgang mit dem alten Wehrturm macht sich beim Duisburger breit: „Das ist hier einer der meistbesuchten Orte Duisburgs, Hafen- und Bus-Stadtrundfahrten beginnen hier.“ Für ein positives Image fände er es nur logisch, wenn repräsentative Stellen auch repräsentativ aussehen. Schulz fragte bei der Stadt nach, wann die Arbeiten abgeschlossen sind: „Vor Beginn der kommenden Kälteperiode“, versicherte man ihm nach eigener Aussage.

Fertigstellung wird für das Frühjahr 2020 angestrebt

Daraus wird nichts. Einen Zeitplan, der das Ende der Sanierung terminiert, gibt’s inzwischen nicht mehr. „Ein exakter Plan, wie er bei anderen Bauvorhaben ohne archäologischen Schwerpunkt aufgestellt wird, ist hier wegen vieler Unwägbarkeiten nicht möglich“, teilt die Stadt mit. Angestrebt wird eine Fertigstellung für das Frühjahr 2020.

Dabei sollten die Baumaßnahmen am Calaisplatz eigentlich bis zum 31. Dezember 2018 durchgeführt werden, hieß es erst vergangenes Jahr seitens der Stadt. Selbst zu diesem winterlichen Zeitpunkt wären die Arbeiten am Turm verspätet gewesen. Der Verzögerung vorausgegangen war „eine Feststellung, dass eine Einsturzgefahr einer Kalotte im Turm sofortiges Handeln erforderlich macht“, erklärte damals ein Stadtsprecher. Eine Kalotte ist eine gewölbte Kuppel.

„Die Schäden waren stärker als angenommen“

Daraufhin wurde der Turm mittels Planen eingehaust: „Die Schäden waren stärker als angenommen. Wir mussten weitere Untersuchungen durchführen, neu planen und gleichzeitig eine Austrocknung des feuchten Mauerwerks erwirken“, erklärt Stadtsprecher Malte Werning den Grund für das verhüllende Vorgehen.

Schutz vor dem Wetter und die Verkehrssicherheit am Turm seien ebenfalls Gründe, warum das steinerne Relikt nicht mehr zu sehen ist. Die immer noch nicht abgeschlossene Restaurierung resultiert zudem aus höheren Kosten, die durch die „neuen“ Schadens-Erkenntnisse am maroden Gemäuer entstanden sind – neue Haushaltsmittel mussten beantragt werden.

Archäologische Besonderheiten

Vom ursprünglich geplanten Sanierungskonzept musste 2018 abgewichen werden. Auch die Steinmetzarbeiten setzten zeitweise witterungsbedingt aus, so dass die Baumaßnahme noch weiter verschoben werden musste. Wegen der archäologischen Besonderheiten der Stadtmauer-Sanierung arbeitet die Stadt in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz zusammen und beauftragt Steinmetze, die auf die Restaurierung von Denkmälern und anderen historischen Gebäuden spezialisiert sind.

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