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RWE-Aktienverlust ist bereits abgeschrieben

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Für die Stadt Duisburg ergeben sich anders als in vielen Ruhrgebiets-Städten keine gravierende Folgen aus dem seit Jahren andauernden Wertverfall der RWE-Aktien. Zum einen hält Duisburg längst nicht so viele Aktien wie Essen, Dortmund oder Mülheim, die zu den größten kommunalen Anteilseignern gehören. Zum anderen hat Duisburg bereits seit zwei Jahren hinter sich, was jetzt andere Städte an den finanziellen Abgrund bringt: Sie müssen den fulminanten Wertverlust in ihrem Jahresabschluss abbilden, Mülheim zum Beispiel steht die Abschreibung von einer halben Milliarde Euro bevor. Nach Angaben des Verbands der kommunalen RWE-Aktionäre hat erst die Hälfte der knapp 90 Eigner-Kommunen eine Wertberichtigung auf unter 30 Euro je Aktie vorgenommen. In vielen Städten stehen die Aktien noch mit einem Kurswert von über 70 Euro in den Büchern.

In Duisburg hat Kämmerer Peter Langner die außerplanmäßige Abschreibung seiner 161.660 RWE-Stammaktien bereits Ende 2011 vorgenommen, mit einem leidvollen Substanzverlust auf der Habenseite: Der Buchwert wurde quasi gedrittelt, um knapp zehn Millionen auf 4,6 Millionen Euro. Ausschlaggebend sei der Xetra-Schlusskurs am 30. Dezember 2011 von 27,15 Euro gewesen, teilt die Stadt auf Nachfrage mit.

Verkauf lohnt sich aus Sicht der Stadt weiterhin nicht

Zudem wird sich auch die Dividende für 2013 auf einen Euro halbieren. Die ewige Diskussion um einen Verkauf des Aktienpakets zugunsten des Schuldenabbaus, der nahezu bei jeder Sparrunde im Raum steht, sieht die Kämmerei aber dadurch nicht befeuert. Sie lehnt den Verkauf nach wie vor „aus wirtschaftlichen Gründen“ ab: Was der Erlös am Ende für die Liquidität bringt, ist unter dem Strich deutlich weniger als die Dividenden-Erträge. Zumindest so lange, wie die Zinsen niedrig bleiben. Denn für die Schulden in Höhe von 4,6 Mio Euro zahlt die Stadt bei ihrem Durchschnittszins von 1,1 Prozent gerade einmal rund 50.000 Euro im Jahr, die Dividende beträgt selbst bei einem Euro mehr als das Dreifache.

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