Politik

Rumänischer Botschafter erstmals zu Besuch in Duisburg

Emilian Hurezeanu (Mitte), rumänischer Botschafter, am Mittwoch beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt im Rathaus. Dort empfing OB Sören Link den Diplomaten, recht Mahmut Özdemir (SPD, MdB), der den Besuch organisiert.

Emilian Hurezeanu (Mitte), rumänischer Botschafter, am Mittwoch beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt im Rathaus. Dort empfing OB Sören Link den Diplomaten, recht Mahmut Özdemir (SPD, MdB), der den Besuch organisiert.

Foto: Uwe Köppen/Stadt Duisburg

Duisburg.   Emilian Hurezeanu kam auf Einladung von Mahmut Özdemir nach Duisburg. Neben Zuwanderung waren auch Wirtschaft und Sicherheit Gesprächsthemen.

Das ist angesichts der zahlreichen Berührungspunkte, die es schon allein aufgrund der Zuwanderung gibt, bemerkenswert: Erstmals besuchte der Botschafter Rumäniens am Dienstag und Mittwoch Duisburg. Die Dauer lässt ahnen, dass es für Emilian Hurezeanu viel zu besprechen gab. „Der Premiere, sollen weitere Besuche folgen“, sagt Mahmut Özdemir. Der SPD-Bundestagsabgeordnete hatte den Diplomaten kurz nach der Bundestagswahl kennengelernt und die Visite organisiert.

Zuwanderung hat viele Gesichter

Mehr als 10 000 rumänische Staatsbürger leben in der Stadt – die Zuwanderung hat dabei viele Gesichter. Da sind Ärzte, hochwillkommen in den Krankenhäusern, ebenso wie bitterarme Menschen auf der Suche nach einer Existenzgrundlage. Das sorgt vor allem im Duisburger Norden auch für Probleme. Eine Kommen und Gehen unter den Neuankömmlingen erschwert die Bemühungen um Integration „In der Deindustrialisierung sind die schwächsten auf der Strecke geblieben, dazu gehören auch die Roma“, sagt Emilian Hurezeanu, der aber betont: „Wir fühlen uns für alle unsere Staatsbürger zuständig.“ Die Zahl der Straftäter unter ihnen sei gering, betont der Diplomat, der auch Polizeipräsidentin Elke Bartels traf: „75 Prozent der von Rumänen begangenen Straftaten gehen auf das Konto von einem Prozent unserer Bürger, die hier leben.“

Das vom Bund in Integrationskurse investierte Geld sei gut angelegt, so Mahmut Özdemir nach einem Besuch bei der Awo-Integration in Hamborn. „Daraus ergeben sich Chancen auf Bildung, Wohnung und den Einstieg in den Beruf.“ Allerdings sieht der Abgeordnete auch die Zuwanderer in der Pflicht, Deutsch zu lernen: „Wir müssen auch über eine Deutschlern-Pflicht reden. Nur bei dem, der mich versteht, kann ich mich auch verständlich machen. Wir sollten deshalb mehr in Integration und Spracherwerb investieren.“

1300 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Die Fachleute der Awo-Integration betonen die positiven Entwicklungen. „Es gibt mittlerweile 1300 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit ihren Familien in Duisburg“, berichtet Joachim Krauß. „Es ist wichtig, die Menschen zu unterstützen, damit sie hier wirtschaftlich Fuß fassen können.“

Etwa 20 Landsleute traf Botschafter Hurezeanu zum Gespräch bei der Awo in Hamborn. „Die haben ihm richtig Feuer gemacht“, berichteten Teilnehmer anschließend. Duisburger Rumänen hätten etwa die schleppende Bearbeitung ihrer Anliegen in der Berliner Botschaft kritisiert. Das stellt sie vor erhebliche Probleme mit den deutschen Behörden, wenn etwa gültige Ausweispapiere nicht rechtzeitig ausgestellt werden.

Wirtschaftsgespräch bei der IHK

Auch die Krankenversicherung bleibt ein Problem. Die Awo -Integration ist an einem Pilotprojekt des NRW-Gesundheitsministeriums beteiligt und versucht darin, den Versicherungsstatus von Zuwanderern zu klären. „Wir brauchen da eine EU-weite Lösung“, so Özdemir, „in ungeklärten Fällen muss das Herkunftsland zuständig sein.“

Über Wirtschaftskontakte sprach der Botschafter mit Burkhard Landers und Stefan Dietzfelbinger von der IHK und Unternehmern aus der Region. Mit Krone ist ein Duisburger Unternehmen bereits in der IT-Entwicklung in Rumänien engagiert. Duisport interessiert sich für eine Kooperation mit Galati – an der Donau-Mündung befindet sich der größte rumänische Hafen. Zwischenstation auf dem Weg nach China. Über die Donau, glaubt Mahmut Özdemir, könne eine Verbindung bis nach Duisburg führen.

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