Jugendarbeit

Nach dem Aus für Haus 45: Ringen um Homberger Jugendarbeit

St. Peter zieht ins Haus der Jugend. Und was wird aus Haus 45?

St. Peter zieht ins Haus der Jugend. Und was wird aus Haus 45?

Foto: tost

Duisburg-Homberg.  Die Stadt Duisburg fördert nicht länger Haus 45. Jetzt steht die Frage steht im Raum, was mit dem Homberger Jugendzentrum passieren soll.

Nachdem der städtische Jugendhilfeausschuss in der vergangenen Woche zwar die Wichtigkeit der Jugendarbeit in Haus 45 anerkannt und beklagt hatte, dass künftig die städtische Förderung für die Einrichtung der evangelischen Kirche wegfällt, besteht kein Zweifel daran, dass der Rat am Montag dieser Vorentscheidung bei der Neustrukturierung der offenen Jugendarbeit folgt. Dennoch besuchen heute Vertreter der SPD Haus 45. Es geht nicht darum, das mühsam geschnürte Gesamtpaket neu zu öffnen. „Der Drops ist gelutscht“, sagt Mahmut Özdemir, der Vorsitzende der Homberger SPD, und macht ganz klar, „ich möchte hier keine Bewahrungskämpfe führen, sondern zukunftsfähig gestalten.“

Die 45.000 Euro, die die Stadt zur Sicherung der Einrichtung zahlen müsste, seien tatsächlich ein Klacks. Aber Özdemir, der gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Hans-Joachim Paschmann den Einrichtungsleiter Konrad Donaubauer besucht, geht es darum, wie die wertvolle Arbeit, die Haus 45 in den vergangenen Jahren geleistet hat, für die Zukunft gesichert werden kann. Da geht es unter anderem um die Hausaufgabenhilfe oder um die Schüler des Franz-Haniel-Gymnasiums, die sich hier in sozialer Kompetenz bewähren können. Er möchte auch konzeptionell über neue Wege der Jugendarbeit nachdenken. Die Frage ist, ob die beiden anderen Einrichtungen im Ortsteil, die von der Stadt und den Falken betrieben werden, Angebote übernehmen können.

Zeitgemäßes Jugendzentrum

Er selbst habe als 14-Jähriger den Weg in die Politik gefunden, weil er sich für eine Skaterbahn einsetzen wollte, erinnert sich der 32-jährige Bundestagsabgeordnete. Er fragt, ob es noch zeitgemäß sei, dass eine Einrichtung kein WLAN habe oder am Wochenende um 21 Uhr schließt? Wenn Jugendliche um 22 Uhr an der Ladenstraße in Hochheide auffallen, sieht er darin in erster Linie einen klassischen Fall von Langeweile. „Wir müssen zu den Menschen, sie wollen abgeholt werden“, stellt er im Redaktionsgespräch fest. Das gelte für Erwachse ebenso wie für Heranwachsende. Was für ein Angebot ist nötig, um das aufzufangen?, fragt Özdemir.

Ein Weiter so wird es ohnehin nicht geben können. Zwar konnte eine Schließung zum Jahresende zunächst abgewendet werden, doch die Frage bleibt, wie lange die städtischen Gelder noch fließen. Theoretisch ginge dies bis zum Start zweier Einrichtungen in anderen Stadtteilen, möglicherweise sogar erst im übernächsten Jahr, wie der Sozialdezernent meint. Aber die evangelische Kirche braucht Planungssicherheit für ihren eigenen Haushalt. Die Kollegin von Einrichtungsleiter Konrad Donaubauer hat sich inzwischen erfolgreich bei einer anderen Einrichtung beworben, so dass das von der Stadt geförderte Stundenkontingent im neuen Jahr ohnehin nicht erfüllt werden kann.

Kampf um den Erhalt von Haus 45

Der Kampf um den Erhalt von Haus 45 der ehrenamtlichen Helfer und der Jugendlichen richtet sich nun auch an die Kirche. In einer kleinen „Guerilla-Aktion“ hatten die Ehrenamtlichen den Raum, in dem am Mittwoch das Presbyterium tagte, mit Plakaten versehen, die auf die Bedeutung der Arbeit hinwiesen.

Wenn die städtischen Zuschüsse wegfallen, heißt das ja nicht automatisch, dass sich die Gemeinde ebenfalls zurückzieht. Schon jetzt wird in dem Haus unabhängig von der städtischen Förderung Jugendarbeit geleistet, etwa mit den Konfirmanden. Die Presbyter sollen den Protest, wie zu hören ist, wohlwollend zur Kenntnis genommen haben. Neben Haus 45 in Homberg werden auch dem Haus der Jugend in Rheinhausen die Mittel gestrichen. In die Einrichtung an der Friedrich-Albert-Straße soll das katholische Jugendheim von St. Peter ziehen.

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