Gastronomie

Rheinfrust statt Rheinlust: Pächter sieht sich getäuscht

Davide Cazzetta (Mitte) hat nach eigenen Angaben 50.000 Euro in die Renovierung der Gaststätte Rheinlustterrassen am Duisburger Rheinufer gesetzt. Das Geld ist weg, das Restaurant auch.

Davide Cazzetta (Mitte) hat nach eigenen Angaben 50.000 Euro in die Renovierung der Gaststätte Rheinlustterrassen am Duisburger Rheinufer gesetzt. Das Geld ist weg, das Restaurant auch.

Foto: Daniel Elke/Funke Foto Services / Archiv

Duisburg-Wanheim.   Der ehemalige Pächter der Rheinlustterrassen sieht sich vom Trägerverein getäuscht. Mit teuren Folgen: Er habe seine Existenzgrundlage verloren.

Eigentlich hatte Davide Cazzetta mit dem für ihn unerfreulichen Kapitel Rheinlustterrassen abgeschlossen. Doch als der Zehn-Tage-Betreiber der Gaststätte am Wanheimer Rheinufer die an ihn gerichteten Vorwürfe las, platzte ihm der Kragen.

Theo Küpper, der als Vorsitzender des Wanheimer Bürgervereins auch die Trägergemeinschaft Wanheimer Vereine vertritt, hatte dem jungen Gastronom im Nachgang zu dem gescheiterten Pachtverhältnis schwere Versäumnisse vorgeworfen: Er habe die zum schicken italienischen Restaurant umgewandelte Gaststätte der Rheinlustterrassen trotz Warnung ohne die vorliegende Genehmigung eröffnet. Nach der durch die Ordnungsbehörden umgehend verfügte Schließung des BistroRante da Rocca habe Cazzetta weder Pacht, noch Strom-, Gas- und Wasserrechnungen bezahlt. Zudem habe er die Gasträume und die dazugehörige Wohnung in einem nicht akzeptablen Zustand hinterlassen und sei zum Übergabetermin nicht erschienen: „Der Schlüssel lag nur auf der Theke.“

Pächter: Ich habe keine Pacht gezahlt – zurecht

Das will der gescheiterte Pächter nicht auf sich sitzen lassen: „Das ist eine schwere Rufschädigung, meine Familie ist seit rund 25 Jahren in Duisburg in der Gastronomie aktiv, das kann ich so nicht stehen lassen.“ Cazzetta bestreitet nicht, keine Pacht bezahlt zu haben. Er erklärt das so: „Der Pachtvertrag war rechtsunwirksam, da keine Baugenehmigung für den Gaststättenbetrieb vorlag und mir die Räume zu dem gedachten Zweck gar nicht hätten vermietet werden dürfen.“ Dazu liegt Cazzetta ein Schreiben des Eigentümers Immobilien-Management Duisburg (IMD) vor, das diese Rechtslage bestätigt. Der hoffnungsvoll gestartete Gastronom fühlt sich getäuscht, für die Forderungen der Stadtwerke sieht er nicht sich, sondern die Trägergemeinschaft als Ansprechpartner in der Pflicht, da es keine explizite Regelung im Pachtvertrag gab.

Ausgerechnet den klagenden Nachbarn lobt der Ex-Pächter

Die angemieteten Räume in einem verwahrlosten Zustand hinterlassen zu haben, bestreitet Cazzetta ebenfalls, im Gegenteil: „Ich habe die Gaststätte renoviert. Wer ersetzt mir das jetzt? Ich kann die Wände ja nicht einfach mitnehmen.“

Geradezu kurios mutet es an, wenn der verhinderte Restaurant-Betreiber gerade den Nachbarn, der seit langem immer wieder gegen den Betrieb der Gaststätte klagt, lobt: „Er war der Einzige, der mir reinen Wein eingeschenkt und die tatsächliche rechtliche Lage dargelegt hat.“ Doch er habe dem keine Bedeutung beigemessen: „Er wurde mir einfach nur als Dauer-Querulant geschildert, ich habe das nicht ernstgenommen.“

Der Pächter hat 50.000 Euro verloren

Auf die Wanheimer Bürger lässt der junge Familienvater nichts kommen: „Die haben sich immer wieder interessiert gezeigt und sich auf die Inbetriebnahme gefreut.“ Im Stich gelassen fühlt er sich von der Trägergemeinschaft: „Ich musste den erforderlichen Antrag auf Baugenehmigung auf eigene Kosten stellen, unterstützt hat mich dabei auch niemand.“ Jetzt habe er seine Existenzgrundlage verloren: „Mir wurde ein großer Schaden zugefügt, ich habe rund 50.000 Euro von meinem eigenen Geld investiert.“

Derzeit arbeitet Cazzetta wieder als Angestellter in einem Gastronomie-Betrieb, möchte unter das unerfreuliche und teure Intermezzo einen Schlussstrich ziehen, „wenn die Trägergemeinschaft auch alles auf sich beruhen lässt“.

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