Wahlkampf

Ralf Jäger plauscht mit Duissernern in der Weinhandlung

Wein und gute Gespräche: NRW-Innenminister Ralf Jäger diskutiert mit Wählern in Duissern.

Foto: Stephan Eickershoff

Wein und gute Gespräche: NRW-Innenminister Ralf Jäger diskutiert mit Wählern in Duissern. Foto: Stephan Eickershoff

Das Treffen mit Wählern in der Weinhandlung Hausschild ist ein Heimspiel für Innenminister Ralf Jäger, der im Wahlkreis 62 in Duisburg antritt.

Duisburg. Ralf Jäger kämpft derzeit an vielen Fronten. Der Fall Wendt ist noch nicht ausgestanden. Auch im Fall Anis Amri wird noch erörtert, ob im NRW-Innenministerium Fehler gemacht wurden. Das alles ist an diesem Wochenende weit weg. Am 14. Mai will er im Wahlkreis 62 wieder gewählt werden. Deshalb hat er zum Nachbarschaftsplausch in die Weinhandlung Hausschild Duissern eingeladen. Unter den Gästen sind Genossen und Duisserner, die sich den Kandidaten einmal aus der Nähe anschauen wollen. Bei einem Schlückchen plaudert es sich gut.

Jäger war morgens schon als Innenminister in Attendorn beim Verband der Feuerwehr. Nachmittags gab’s Currywurst, nun ist er an der Moltkestraße. Heimspiel. Jäger wohnt um die Ecke. Außerdem ist er seit 35 Jahren Stammkunde des Fachgeschäfts. Er wirkt gelöst, entspannt – dabei ist Duissern für die SPD kein einfacher Stadtteil. Aber sein Anspruch ist es, den Wahlkreis direkt zu holen.

Er steht mit Reiner und Angelika Wagner an einem Tisch. Sie sind Nachbarn. Herrn Wagner treibt die Situation der Stahlindustrie in Duisburg um. Früher seien die Tonnen Stahl mit wesentlich mehr Kräften produziert worden. Angelika Wagner zupft ihren Mann am Ärmel. „Reiner, immer die ollen Kamellen.“

Anwohner verweisen auf marode Straßen

Sie interessiert sich viel mehr für die soziale Gerechtigkeit im Land. Dass zum Beispiel die Kita-Beiträge für alle abgeschafft werden sollen, findet sie gar nicht gut. „Nicht immer mit der Gießkanne. Ärzte können sich die Beiträge doch leisten.“ Auch mit der schwarzen Null, die „der Schäuble um jeden Preis propagiert“ ist sie nicht einverstanden. „Es muss auch was investiert werden.“

Helga Huntenburg und Elisabeth Enninghorst verweisen auf die maroden Straßen und die Schlaglöcher an der Moltkestraße. Das nun ist nicht gerade Sache des Landes. Aber Jäger betont: „Wir haben die Kommunen finanziell besser ausgestattet.“ Katharina Junk, SPD-Ratsfrau für Duissern, ergänzt: „Wir haben erstmals in Duisburg einen ausgeglichenen Haushalt.“

Politisch umstritten, aber sympathischer Eindruck

Außerdem sei es durchaus überlegenswert, alle vom Kindergartenbeitrag zu befreien, sagt Katharina Junk. „Den Höchstsatz muss man in Duisburg zahlen, wenn das Einkommen beider Partner 75 000 Euro übersteigt. Da überlegen sich viele junge, gut ausgebildete Frauen, ob sie für die paar Kröten arbeiten gehen“, stellt die SPD-Ratsfrau fest. Dieser Überlegung können auch die anderen Damen am Tisch zustimmen.

Walter Kaulhausen und Ursula nutzen ebenfalls die Gelegenheit zum Gespräch. „Er ist ja schon politisch umstritten, aber persönlich macht er einen sympathischen Eindruck“, befinden sie. Auch bei Angelika Wagner und den anderen hat Jäger einen guten Eindruck hinterlassen. Einziger Schönheitsfehler: Kaum einer der Gäste trinkt einen roten Tropfen.

Selbst Jäger greift zum Grauburgunder, 2015er Jahrgang. „Ich will nachher noch laufen“, sagt er entschuldigend. „Wo joggen Sie denn? An der Regatta?“, will Angelika Wagner, selbst Läuferin, wissen. „Ne, vor der Haustür. Am Zoo entlang, Stadtwald. Das Stück an der Wolfsburg ist das Schlimmste. Ganz fieser Berg. Da klappern mir die Zähne.“ Reiner Wagner antwortet achselzuckend: „So lange die Zähne noch klappern...“. Im politischen Geschäft kann Ausdauer nicht schaden.

>> Polit-Prominenz kommt zum Wahlkampf

Am Dienstag kommt die Bundesvorsitzende der Bündnisgrünen Simone Peter nach Duisburg. Sie macht mit ihren Parteifreunden abends Haustürwahlkampf und nimmt vormittags an einer Aktion der Grünen Jugend gegen Studiengebühren teil. Außerdem besucht sie das Zentrum für Brennstoffzellentechnik an der Uni.

Donnerstag macht der CDU-Generalsekretär Peter Tauber hier Wahlkampf und verteilt mit CDU-Landtagskandidaten morgens um 6.30 Uhr Brötchen an Pendler am Hauptbahnhof.

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