Gerichtsverfahren

Prügelei in Duisburg: 33-Jähriger muss doch nicht in Haft

Die Zeugenausssagen halfen dem Landgericht im Berufungsverfahren gegen den 33-Jährigen nicht viel weiter.

Die Zeugenausssagen halfen dem Landgericht im Berufungsverfahren gegen den 33-Jährigen nicht viel weiter.

Foto: dpa

Duisburg.   Das Landgericht hat den Prozess gegen einen Mann aus Duisburg eingestellt. Das Amtsgericht hatte ihn zuvor zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

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In zweiter Instanz musste sich das Landgericht Duisburg am Mittwoch mit einer Auseinandersetzung beschäftigen, bei der sich ein 33-jähriger Mann aus Beeck am 20. November 2016 mit mehreren Zeugen durch ein ganzes Haus geprügelt hatte. Doch von dem Vorwurf der versuchten gefährlichen Körperverletzung blieb am Ende der Berufungsverhandlung nicht viel übrig.

Laut Urteil des Amtsgerichts Ruhrort hatte der bereits alkoholisierte Angeklagte am Tattag einen Bekannten an einem Kiosk getroffen. Man trank Bier. Der Zeuge lud den 33-Jährigen und zwei weitere Männer zu sich in die Wohnung ein. Dort wurde weiter getrunken. Schnell soll der Angeklagte zu stänkern begonnen haben. Es kam zu einem ersten Gerangel, als der 33-Jährige zu einer Schere gegriffen haben soll, was die Mitzecher offenbar als Angriff interpretierten. Der Angeklagte wurde entwaffnet, wobei er in der Scheibe eines Wohnzimmerschrankes landete.

Durch das ganze Haus geprügelt

Dann sollen ihn die Männer mit vereinten Kräften hinausgedrängt haben. Im Treppenhaus, so war das Amtsgericht überzeugt gewesen, habe er dann ein Einhandmesser gezogen und einen Zeugen zu stechen versucht. Der konnte ihn entwaffnen. Es gab ein weiteres Gerangel, bei dem der Angeklagte und ein Zeuge die Treppe herunter fielen. Mit Blick auf die Vorstrafen des 33-Jährigen hatte das Amtsgericht ihn zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

Doch der Angeklagte schilderte - so weit er sich bei zur Tatzeit fast drei Promille Alkohol noch erinnerte - ein anderes Geschehen: „Die haben mich doch angegriffen.“ Und er habe weder eine Schere in der Hand gehabt, noch das Messer gezogen.

Fragwürdige Zeugenaussagen

Na klar, habe der Angeklagte ein Messer in der Hand gehabt, trumpfte ein Zeuge auf. „Ne, ich glaub, die Klinge hatte er nicht ausgeklappt.“ Auf weitere Nachfragen reagierte der 39-Jährige ruppig. „Weiß ich nicht mehr. Ich hab anderes zu tun.“ Weitere Zeugenaussagen brachten die Berufungskammer kaum weiter.

Die Juristen kamen zu dem Schluss, dass ein Urteil der Sache zu viel Ehre antun würde. Gegen Ableistung von 50 Arbeitsstunden wurde das Verfahren gegen den 33-Jährigen eingestellt.

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