Demonstration

Protestaktion: ADFC ruft zur Fahrraddemo„Kidical Mass“ auf

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2020 wagten sich bei der Fahrraddemo „Kidical Mass“ in Duisburg schon die ganz Kleinen aufs Fahrrad, um für mehr Rechte im Straßenverkehr zu demonstrieren.

2020 wagten sich bei der Fahrraddemo „Kidical Mass“ in Duisburg schon die ganz Kleinen aufs Fahrrad, um für mehr Rechte im Straßenverkehr zu demonstrieren.

Foto: Rainer Hoheisel / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Duisburg soll fahrradfreundlicher werden: Die Fahrraddemo „Kidical Mass“ startet Sonntag am Hauptbahnhof. Der ADFC rechnet mit 400 Teilnehmern.

Insbesondere für Kinder ist Radfahren in der Stadt vielerorts gefährlich, findet der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC). Und ruft deswegen zur Teilnahme an der „Kidical Mass“ auf, einer Fahrraddemo, die am kommenden Sonntag am Duisburger Hauptbahnhof starten soll. Auch die Verkehrspolizei weist im Rahmen der Aktion auf die Gefahren im Straßenverkehr hin.

Wolfgang Dewald, Organisator der „Kidical Mass“, findet: „Grundsätzlich sollten alle Kinder aufs Rad.“ Dies schule nicht nur das logische und räumliche Denken, sondern erweitere auch die Selbstständigkeit der Jüngsten. Nicht zuletzt sei Radfahren gut für Gesundheit und Klima. „Es gibt aber auch verkehrspolitische Aspekte: Denn wann immer ich mein Kind nicht selbstständig fahren lassen würde, muss sich etwas ändern“, sagt er. Kinder sollten die Welt nicht durch die Windschutzscheibe eines Autos kennenlernen.

Fahrraddemo „Kidical Mass“ startet Sonntag vor dem Hauptbahnhof Duisburg

„Fahrradfahrer sind genau so Verkehrsteilnehmer wie Autos und Lastkraftwagen. Deswegen fordern wir unser Recht auf mehr Sicherheit ein“, sagt Dewald. Die Fahrraddemo, an der Kinder und Erwachsene teilnehmen können, beginnt am Sonntag, 19. September, vor dem Hauptbahnhof. Ab 15 Uhr rollen die Teilnehmer auf einer 3,8 Kilometer langen Strecke eine Stunde durch die Stadt und machen dabei auch mehrere Pausen.

Dewald rechnet mit bis zu 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Auch Duisburger Initiativen, Gruppen und Bündnisse unterstützen die „Kidical Mass“, etwa die Bürgerstiftung und der BUND. Die Aktion findet am selben Wochenende in über 150 Städten Europas und sogar im ecuadorianischen Guayaquil statt.

Kritik: Duisburg fehlt ein Schulradwegenetz

„Duisburg ist alles andere als fahrradfreundlich. An unzähligen Stellen ist Radfahren gefährlich, dabei sind die Voraussetzungen eigentlich günstig: Das Gelände in der Stadt ist flach, wir haben nur milde Winter, und die Distanzen sind in einem Ballungsgebiet kurz“, meint der Organisator der Fahrrad-Demo. Der Stadt fehle ein Verkehrskonzept samt Schulradwegenetz.

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Dewald weist in diesem Zusammenhang auf den aktuellen Sachstandsbericht zur Entwicklung des Radverkehrs in Duisburg hin: „Schulwege und die Belange von Kindern tauchen darin nicht auf. Euch möchte ich sagen: Ihr seid vergessen worden!“ Er fordert: „Die Verwaltung muss einmal mutig werden: In Wien gilt 30 Minuten vor oder nach Unterrichtsbeginn ein Fahrverbot in Schulstraßen – das müssten wir hier auch haben.“

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Das Holen und Bringen ihrer Kinder durch die Eltern bereitet auch der Verkehrspolizei Sorgen. „Täglich kommt es zu gefährlichen Situationen, weil die Eltern keine Rücksicht auf die Kinder nehmen. Dabei überfahren sie sogar Bürgersteige“, sagt Arndt Rother, Hauptkommissar für die Verkehrsunfallprävention. Er und sein Team klären am Sonntag über die Wirkung von Fahrradhelmen, Reflektoren und die Gefahren des Toten Winkels auf.

Außerdem bietet der ADFC einen besonderen Service an: Fahrradfreunde können ihre Räder für zehn Euro codieren lassen.

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