Aschermittwoch

Prinz Udo I. blickt auf kurze, aber heftige Regentschaft

Amtsübernahme: Prinz Udo I. (mitte) hat OB Sören Link (re) per närrischem Erlass entmachtet und den Schlüssel zum Rathaus abgenommen.

Foto: Fabian Strauch

Amtsübernahme: Prinz Udo I. (mitte) hat OB Sören Link (re) per närrischem Erlass entmachtet und den Schlüssel zum Rathaus abgenommen. Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   150 Auftritte legte Prinz Udo I. in der Session hin, viele Tonnen Kamelle und Küsschen hat er unters Volk gebracht. Heute endet die Regentschaft

Eine närrisch gute Bilanz zieht Karnevalsprinz Udo der Erste aus seiner kurzen Regentschaft an der Rathausspitze: „Alles super gelaufen, Duisburg steht noch – ich musste zum Glück auch keine schwerwiegenden Entscheidungen treffen ...“

Einen langfristigen Tausch mit dem Posten von Oberbürgermeister Sören Link will der oberste Jeck offenbar nicht anstreben: „Man hat ja hin- und wieder was über die Politik zu schimpfen, aber die Rollenverteilung ist schon gut so, wie sie ist.“ Informierte Kreise gehen davon aus, dass der Schlüssel zum Rathaus am heutigen Aschermittwoch wieder ordnungsgemäß in die Hände des Oberbürgermeisters zurückgegeben wird.

Viel Helau und Bier

Als „kurz und heftig“, beschreibt Prinz Udo seine gesamte Regierungszeit – „150 Auftritte in dieser sehr kurzen Session, da kann sich jeder ausrechnen, wieviele Auftritte unser Hof an manchen Tagen hatte“, sinniert die Tollität. Am Schluß des strammen Programms blieb sogar die Stimme zeitweise weg. Schuld? Eine Mischung aus zu viel Helau „und dem ein oder anderen Bier“. Und dennoch bleiben dem obersten Narren zahlreiche gute Begegnungen in Erinnerung. „Am meisten wohl die Auftritte in den Senioren- und Pflegeheimen. Dort gibt es viele Menschen, die sehr am Karneval hängen. Eine Frau, die einen Prinzenorden verliehen bekommen hat, hat ihn noch Tage danach immer wieder hervorgeholt“, schildert Udo I.

Bewegend für den närrischen Adel war ebenso die Krönung in der Mercatorhalle – und mancher Sprung ins kalte Wasser: „Wenn man am Anfang einer Veranstaltung den Eisbrecher spielen muss, dann macht man den Hampelmann und hofft, dass das Publikum mitgeht“, hat Prinz Udo auf Spontanität und Erfahrung gesetzt – seit 2009 ist praktisch die ganze Familie von Udo Arbes in der 1. großen KG Rotweiß Hamborn Marxloh eingebunden. Und auf sein Team: „Die Chemie am Hof mit zwei Hofmarschallen und vier Pagen stimmte.“

Ausgelassen aber friedlich

Wieviele Tonnen Kamelle und wieviele Küsse der Prinz am Ende unters Volk gebracht hat, kann Udo I kaum sagen. Die Stimmung im Karnevalsvolk zu den Veranstaltungen und auf den Duisburger Zügen aber war sehr ausgelassen und friedlich. Die Sicherheit spielte allerdings wieder eine große Rolle zu den Zügen, selbst wenn man es den Besuchern und Veranstaltern nicht anmerkte. „Nach Berlin und Paris hat der Aufwand sehr zugenommen“, sagt der Prinz. Bis in die Seitenstraßen hinein, mussten die Züge abgesichert sein.

Hier entzündet sich auch die Sorge und Kritik des jecken Regenten zur Zukunft des Karnevals: Es werde immer häufiger gefordert, dass die Vereine für das Erstellen und die Umsetzung des Sicherheitskonzept sorgen sollen. „Das kann ehrenamtliche Arbeit nicht leisten“, mahnt Udo I.

>>> Karneval hat eine Tradition wie der Fußball

Karneval ist Brauchtum, bricht Prinz Udo die Lanze für das gesellschaftliche Ereignis – ganz ähnlich wie Fußball. Auch für die Sicherheit im Stadion kommt nicht allein der Verein auf.

Bereits am gestrigen Dienstag beerdigte die 1. große Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hamborn-Marxloh traditionell den Hoppeditz zum Ausklang der Karnevalszeit.

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