Migration

Premiere für Tagung des Miteinanders der Nationalitäten

Die Migration gehörte schon immer zu Duisburg und auch zum Stadtteil Marxloh – hier auf dem Foto ist das Pollmann-Eck um 1965 zu sehen.

Die Migration gehörte schon immer zu Duisburg und auch zum Stadtteil Marxloh – hier auf dem Foto ist das Pollmann-Eck um 1965 zu sehen.

Foto: Stadtarchiv Duisburg

Duisburg.   Treffen steigt am 20./21. September im Marxloher „Hotel Montan“. Auf Teilnehmer warten Vorträge, Talkrunden und Führungen durch den Stadtteil.

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„…und das ist meine deutsche Oma“, steht über einem Foto an der Wand. Ein junger Mann, dunkler Teint, dunkle Haare, umarmt eine Dame mit grauen Haaren. Eine von tausenden Geschichten über gelebte Migration in Duisburg – und eines von mehreren Themen bei der Tagung „Erinnerungskultur in der migrantischen Stadtgesellschaft“, die am 20. und 21. September im „Hotel Montan“ in Marxloh stattfindet.

Die Tagung ist eine gemeinsame Aktion der Stadt und des Zentrums für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie im Stadtarchiv. Nun stellten Kulturdezernent Thomas Krützberg und Mitglieder des Organisationskomitees die Projekt-Premiere vor.

Arbeitsmigration begann Mitte des 19. Jahrhunderts

„Die Migrationsgeschichte in Duisburg hat ja schon mit der Arbeitsmigration Mitte des 19. Jahrhunderts aus Polen angefangen“, erinnert Krützberg und freut sich darüber, dass jetzt über die Migration im Duisburger Alltag gesprochen wird. „Bei den ganz kleinen Kindern liegt der Migrationshintergrund heute bei gut 70 Prozent, deswegen ist das Thema so wichtig“, erklärt der Dezernent und betont, dass „die Tagung keine migrantische Veranstaltung sein soll, sondern für alle.“

Dr. Andreas Pilger, der Leiter des Stadtarchivs, erläutert, wie es zu der Idee der Tagung gekommen ist. „Eigentlich beschäftigen wir uns hier größtenteils mit der Erinnerungskultur der NS-Zeit. Aber wir haben gemerkt, dass man leicht dem Irrtum aufsitzen kann, verschiedene Zugänge zum Thema für verschiedene Ethnien zu entwickeln. Das braucht es aber gar nicht.“ Um dem Thema Migration gerecht zu werden, sei die Tagung ins Leben gerufen worden. Wie in der Arbeit zur NS-Zeit hat das Zentrum auch für die Tagung eine biografische Betrachtung des Themas gewählt.

In Marxloh ist interkultureller Austausch fix zu finden

„Das bringt den Menschen das Thema näher“, so Dr. Susanne Sommer, Leiterin des Kultur- und Stadthistorischen Museums. In alten Ausstellungen sei kaum oder gar nicht auf das Thema Migration eingegangen worden, das dürfe nicht sein. „Da verlieren wir als Museum dann unsere Relevanz.“ Als „Biodeutscher“, sagt Sommer mit einem Augenzwinkern, könne man das Thema nicht allein angehen, in Marxloh sei interkultureller Austausch aber leicht zu finden.

Leyla Özmal vom Zentrum für Erinnerungskultur beschreibt die Zielsetzung der Tagung so: „Wir wollen vom Wir-und-Ihr-Denken wegkommen. Das funktioniert am besten mit einem Blick auf die gemeinsame Geschichte.“ Deswegen gibt es am ersten von zwei Tagen Vorträge zur Geschichte der Migration in NRW und Deutschland und eine theoretische Abhandlung der Materie.

In einer Talkrunde haben die Teilnehmer dann die Möglichkeit mit Marxloher Bürgern über das Thema Migration zu sprechen, zum Beispiel mit dem Inhaber des Restaurants „Ali Baba“ auf der Weseler Straße. Auch über den Ort der Tagung, dem „Hotel Montan“, wird gesprochen. Das alte Gemäuer beherbergte von Karnevalsvereinen über polnische Chöre bis hin zu türkischen Hochzeiten schon so ziemlich alle Bewohner des Stadtteils. Abgerundet wird das Angebot durch verschiedene Führungen durch den Stadtteil.

>>> ANMELDUNG NOCH BIS MONTAG MÖGLICH

Die Anmeldung für die kostenlose Tagung ist noch bis Montag, 17. September, per E-Mail an zfe-marxloh@stadt-duisburg.de möglich.

Mehr Informationen – zum Beispiel zu den verschiedenen Führungen – gibt es ebenfalls im Internet zu finden unter der Adresse:
duisburg.de/erinnerungskultur .

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