Kommentar

Politik muss Lösungen finden, gerade im Stadtnorden

WAZ Redakteurin Fabienne Piepiora kommentiert die politische Lage im Duisburger Norden

WAZ Redakteurin Fabienne Piepiora kommentiert die politische Lage im Duisburger Norden

Foto: WAZ Grafik

Duisburg.   Massenschlägereien im Duisburger Norden und hohe Wähleranteile bei den Rechtspopulisten. Darauf müssen Politik und Stadt Antworten finden.

Diese Woche war geprägt von Konfrontationen: Am Montag- und Dienstagabend standen sich in Hamborn größere Gruppen gegenüber, die den Stadtteil in Angst und Schrecken versetzten. Am Dienstag konnte die Polizei eine Kollision verhindern, weil sie rechtzeitig vor Ort war und durchgriff – zum Glück. Was genau die Hintergründe sind, müssen die Einsatzkräfte noch ermitteln. Dabei sorgen sie hoffentlich dafür, dass sich solche Szenen nicht so schnell wiederholen. Passiert ist nichts. Das ist kein Grund erleichtert aufzuatmen. Ein mulmiges Gefühl bleibt.

Und: Wieder steht der Duisburger Norden im Fokus, wieder gehen bedrohliche Bilder durch die Nachrichten. Dabei wünschen sich die Stadt und auch die Duisburger nichts sehnlicher als endlich einmal Ruhe und positive Nachrichten. Es ist Aufgabe der Politik und Polizei, dafür zu sorgen, dass sich die Duisburger in ihrer Stadt wohl und sich fühlen und Fehlverhalten entsprechend geahndet wird.

SPD geht dahin, wo es weh tut

Wohin es führt, wenn sich Bürger mit ihren Ängsten nicht ernst genommen fühlen, zeigte sich am Mittwochabend in der Marktklause. Dort ließen sich die Sozialdemokraten die Leviten von ihren (Nicht-)Wählern lesen. Rund 30 Prozent der Neumühler haben ihr Kreuz bei der AfD gemacht. Viele offenbar aus Protest, weil sie sich nicht mehr sicher und von den alten Parteien nicht mehr vertreten fühlen. Mehr als hohle und teils rassistische Phrasen hatten die ­AfDler an der Theke freilich nicht vorzubringen.

Wollen die Politiker, gleich welcher Couleur, diese Wähler wieder zurückgewinnen, müssen sie sich anstrengen und Antworten liefern. Das ist kein einfacher Weg. Das werden keine einfachen Antworten sein können. Bei der Bundestagswahl hat die AfD in Alt-Hamborn 19,87 Prozent der Stimmen bekommen. Die Auseinandersetzungen in Hamborn und der Erfolg der AfD hängen eng zusammen.

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