Umweltbewusst einkaufen

Plastik sparen beim Fleischkauf: Edeka führt Mehrwegdose ein

Edeka-Marktleiter Jürgen Buchholz ist selber überrascht, wie gut die neuen Mehrwegdosen laufen.

Edeka-Marktleiter Jürgen Buchholz ist selber überrascht, wie gut die neuen Mehrwegdosen laufen.

Foto: DANIEL ELKE / FUNKE Foto Services

Duisburg-Huckingen.  Edeka in Huckingen verpackt Wurst, Käse und Fleisch auf Wunsch ab sofort in Mehrwegdosen. Der Supermarkt ist damit einer von zweien in Duisburg.

Ein neues Pfandsystem soll die Umwelt schonen: Auch Fleisch, Wurst und Käse können Verbraucher beim Edeka-Markt im Angerbogen ab sofort kaufen, ohne dass sie in Plastikfolie oder Papier eingewickelt werden. Das Projekt soll Verpackungsmüll reduzieren. Der Supermarkt ist einer von zwei Edeka-Märkten in Duisburg, bei denen es zum Einsatz kommt.

Bisher lief der Einkauf an der Frischetheke so ab: Ein Kunde ordert ein Stück Fleisch, ein paar Scheiben Wurst oder Käse. Der Verkäufer legt die Ware auf Papier oder Plastikfolie, packt das Ganze in eine weitere Lage Papier und anschließend noch in eine Tüte aus Papier, bevor er es dem Kunden über die Theke reicht. Mit diesem Einweg-Verpackungswust soll jetzt Schluss sein. Seit wenigen Tagen können umweltbewusste Kunden Ware an der Frischetheke nun ohne die diversen Hüllen kaufen – und müssen doch nicht auf Verpackung verzichten.

Mehrwegdosen brauchten Zulassung der Lebensmittelüberwachung

Die Lösung ist ein neues Mehrweg-Pfandsystem. Wer an der Bedientheke Fleisch, Wurst oder Käse kauft, bekommt auf Wunsch – und gegen den Preis von 5 oder 6 €, je nach Größe – eine Pfanddose dazu, in der die gekaufte Ware Platz findet. Ist die Dose leergefuttert, säubert der Kunde sie und nimmt sie beim nächsten Einkauf wieder mit. Wie üblich beim Mehrweg, gibt er sie im Supermarkt ab, in diesem Fall natürlich in der Obst- und Gemüse-Abteilung. Im Supermarkt wird die Dose noch einmal professionell gereinigt. Für die abgegebene Dose bekommt der Kunde einen Pfandbon. Den gibt er an einer der Frischetheken ab und bekommt dafür eine neue Dose. Nun kann er wieder Wurst und Käse kaufen – und wieder Verpackungsmüll sparen.

Um das neue System einzuführen, musste der Edeka-Markt sich das Okay der Duisburger Lebensmittelüberwachung holen, sagt Marktleiter Jürgen Buchholz. Als Grund für das Projekt nennt er den Umweltgedanken. „Irgendwo müssen wir anfangen“, findet er. Der Müll- und Plastikflut müsse Einhalt geboten werden.

Bei den Kunden kämen die neuen Mehrwegdosen „überraschend gut“ an. Sie entscheiden selber, ob sie eine Mehrwegdose kaufen oder lieber weiter überflüssig viel Verpackungsmüll mit Fleisch, Wurst und Käse mit nach Hause tragen. Ebenso wie die Edeka-Märkte selber entscheiden, ob sie das umweltschonende Dosenverfahren bei sich einführen.

Diese Lebensmittel dürfen nicht mit in die Mehrwegdose

Eine Einschränkung gibt es bislang noch für das neue System: Nicht alle Lebensmittel dürfen in der Mehrwegdose liegen; mariniertes Fleisch, Hackfleisch oder Schimmelkäse sind zum Beispiel davon ausgeschlossen – aus hygienischen Gründen. Und auch Fisch kommt beim E-Center Angerbogen nicht in die neuen Dosen. „Fisch ist von der möglichen Geruchsbildung her schwierig“, erklärt Jürgen Buchholz. Schließlich soll der Wurstaufschnitt am Frühstückstisch nicht nach einem fischigen Nachbarn riechen.

Trotzdem: Die Mehrwegdosen setzen das Prinzip Müllvermeidung fort, sie beenden es nicht. Mehrwegbeutel für Obst und Gemüse hatte der Markt schon vor einige Zeit eingeführt; jetzt also die Dosen für die Frischetheken. Weitere Projekte sollen folgen, kündigt Marktleiter Buchholz an: „Wir sind immer weiter auf der Suche.“

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