Philharmoniker feiern ein feuriges Orchesterfest

Ein starkes Debüt gab jetzt die Erfurter Generalmusikdirektorin Joana Mallwitz am Pult der Duisburger Philharmoniker. Die Dirigentin leitete ein abwechslungsreiches Programm, das aus Werken slawischer Komponisten bestand.

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Ein starkes Debüt gab jetzt die Erfurter Generalmusikdirektorin Joana Mallwitz am Pult der Duisburger Philharmoniker. Die Dirigentin leitete ein abwechslungsreiches Programm, das aus Werken slawischer Komponisten bestand.

Besonders freuen konnte sich das Publikum über Peter Tschaikowskys berühmtes Klavierkonzert Nr. 1. Das ist erstaunlicherweise seit 22 Jahren nicht mehr in den Programmen der Philharmoniker aufgetaucht. Am Klavier ist nun Claire-Marie Le Guay zu erleben, die schon in der Introduktion mit ihrem kraftvoll voluminösen Anschlag gefangen nimmt. Le Guay meißelt in den Forte-Passagen marmor-helle Akkorde aus dem Flügel, besitzt für die kammermusikalischen Passagen dieses Werkes aber auch die richtige Finesse und zaubert dann Klänge wie Goldstaub. Insgesamt ist in der Mercatorhalle eine geradlinige wie opulente Aufführung zu hören, die aber auf den Schwulst, der diesem Werk oft anhaftet, verzichtet.

Antonin Dvoraks Sinfonische Dichtung „Die Mittagshexe“ ist als Schilderung eines behaglich-verspielten Familienidylls, das von einer Hexe zerstört wird, in einer plastisch und treffsicher musizierten Aufführung zu hören.

Mit ihren großen und weich wiegenden Armbewegungen erinnert die Orchesterleitung von Joana Mallwitz an einen der Musik folgenden Ausdruckstanz. Dazu verfügt sie über eine klare Schlagtechnik und ein breites körperliches Ausdrucksspektrum, das vom Orchester gekonnt in Musik umgesetzt wird.

Umrahmt wird der Konzertabend von Werken des Ungarn Zoltán Kodaly: Das Eröffnungsstück sind die „Tänze aus Galánta“, die von Joana Mallwitz aus dem pastellfarbenen Klang der Streicher entwickelt werden, in den die Bläser dann besondere Schattierungen spielen. Mallwitz dirigiert das mit einer beschwingten Leichtigkeit, als würde ein fahrender Geselle durch die Puszta tänzeln.

Ein wahres Orchesterfest ist dann zum Finale Kodálys Háry-János-Suite. Gleich sieben Schlagwerker sind im Einsatz und geben dem Wiener Glockenspiel oder dem Háry-János-Marsch den richtigen rhythmischen Pfiff. Zudem kommt hier das Cymbalom, das eigentlich aus der Volksmusik stammt, zu sinfonischen Ehren und darf ein wunderschönes Klarinetten-Solo begleiten.

Großer Beifall für die Philharmoniker und Joana Mallwitz.

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