Angelmesse

Petri heil: 14.000 Besucher beim Anglertreff in Duisburg

Auch praktische Angelübungen waren bei der Messe im Landschaftspark möglich. 85 Aussteller hatten sich zu dem großen  Treff der Angler angesagt.

Auch praktische Angelübungen waren bei der Messe im Landschaftspark möglich. 85 Aussteller hatten sich zu dem großen Treff der Angler angesagt.

Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   Köder, Angeln, Fliegenfischen: 14.000 Besucher zählte die Anglermesse im Duisburger Landschaftspark am Wochenende.

Fischer Frank fliegenfischt frische Fische – normalerweise Forellen an den Flüssen Sieg oder Lenne. Am Samstag jedoch schaut sich Frank Rehbein eine Trockenübung am Fly-Fishing Pool auf der Angelmesse an. Er erhofft sich vom Experten und Angelstar Rudy van Duijnhoven, eine bessere Wurftechnik abgucken zu können.

Von Freitag bis Sonntag glich die Kraftzentrale im Landschaftspark einen norwegischen Fjord für Fisch-Fans; denn neben Köder und Ruten, fanden die rund 14.000 Messebesucher an den 85 Ausstellungsständen unzählige Plakate, Filme und ­Reiseangebote zu den Lofoten und anderen skandinavischen Inselgruppen.

85 Aussteller auf 6000 Quadratmetern

„Da mal hin, das wär was“, seufzt Rehbein (56), „aber da könnte ich nicht Fliegenfischen – das ist ja eher was für Bäche und Flüsse.“ Der Siegener verweilt vor den gestochen scharfen DIN-A3-großen Fotos, die Achim Hoyer auf norwegischen Gewässern zeigen. Hoyer (55) betreibt das Geschäft Angelplatz Rheinhausen in zweiter Generation und hat sich auf Reisen in den Norden Europas spezialisiert: „Ich biete Anglern, die gerne zusammen fischen oder sich alleine keine Reise plus Unterkunft leisten können, Angelaufenthalte an“, sagt Hoyer.

Fünf Touren unternimmt der Duisburger jedes Jahr, im März geht’s mit 44 weiteren Anglern aus ganz Deutschland nach Süd-Norwegen. „Da oben ist Natur pur und in der Wildnis merkt man den starken Zusammenhalt zwischen den Fischern“, beobachtet der Geschäftsführer, der jede Reise selbst antritt.

Rehbein schlendert indes weiter durch die 6000 Quadratmeter große Messe, vorbei am Koch, Autor und Zander-Experten Jörg Strehlow; dieser präsentiert seine Showküche und serviert den Besuchern frisch marinierte sowie angebratene Thunfischfilets. Die meisten Stände bieten Ruten, Köder und Angelschnüre an – wie man diese richtig einsetzt möchte der Duisburger Stadtverband der Sportfischer den Leuten näher bringen.

Stadtverband schaut auf Duisburger Fischbestände

Klaus Lattenstein ist Vorsitzender des Verbandes, dem 47 Angel-Vereine aus Duisburg und Umgebung angehören: „Wir verantworten die Sechs-Seen-Platte und den Blauen See in Bissingheim“, sagt Lattenstein und erklärt, „dass wir kontrollieren müssen, ob die Fische Krankheiten haben, ob überproportional viele Fische von einer Art vorkommen oder ob das Verhältnis von Fried- und Raubfischen stimmt.“ Zwei Drittel der Fischbestände, denen es laut Lattenstein in Duisburger Gewässern gut geht, müssten Friedfische sein, also Fische, die sich von Würmern, Schnecken oder kleinen Insekten ernähren. Ein Drittel aller Fische sollten Räuber sein, die Jagd auf ihre Artgenossen machen. „Sorge machen uns die 120 Kormorane an der Sechs-Seen-Platte – jeder frisst von denen bis zu zwei Kilogramm Fisch täglich. Dadurch ändert sich der Bestand stetig“, meint Lattenstein.

Stolz ist der Verbands-Vorsitzende darauf, dass im dritten Jahr in Folge alle Teilnehmer, die im Vorbereitungskurs für den Fischereischein waren, die Prüfung bestanden haben. „Fast 30 Angler bilden wir jährlich aus.“ Doch Lattenstein erkennt einen Rückgang an Anglern in Duisburg. Am Samstag auf der Anglermesse jedenfalls, kommt Frank Rehbein kaum durch die Menschenmassen, bestehend aus Hobby- und Profianglern, die sich gegenseitig Tipps für bessere Köder oder neuesten Angelschnüre geben.

Alles rund um Köder

Noch mehr Fachwissen bieten nur die in der Angelszene berühmten Referenten wie Bertus Rozemeijer oder Uli Beyer: Während Rozemeijer dem kundigen Publikum verschiedene Vorgehensweisen des Zanderfangens vorstellt, berichtet Beyer über die besten Wobbler, künstliche Köder, um Raubfische zu angeln.

Frank Rehbein hört sich an diesem Tag keinen Vortrag an, er geht lieber nochmal zum Fliegenfischer-Stand, an dem Stefan von „Spring-Creek“ sitzt; eine Firma, die verschiedenste Fliegen-Köder, die passenden Schnüre und Ruten verkauft. Fernab von Verkaufsgesprächen vertiefen sich die beiden in einen Schnack unter Fliegenfischer-Kollegen und verraten sich die geeignetsten Bäche im Siegener Umland.

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