Wahl-Panne

Panne in Duisburg: Wahlvorsteher hatten falsche Durchwahl

Auszählung der Kommunalwahl-Stimmen in Duisburg. Endergebnis und Sitzverteilung standen wegen eines Zahlendrehers erst um Mitternacht fest.

Auszählung der Kommunalwahl-Stimmen in Duisburg. Endergebnis und Sitzverteilung standen wegen eines Zahlendrehers erst um Mitternacht fest.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Noch eine Wahl-Panne in Duisburg: Das Ergebnis lag erst um 0 Uhr vor, weil Wahlhelfern für die „Schnellmeldung“ die falsche Telefonnummer vorlag.

In die Pannenserie bei der Duisburger Kommunalwahl reiht sich ein weiterer Vorfall am Wahltag ein. Dieser war bereits holprig gestartet: Auf 1913 Wahlbenachrichtigungen in Rheinhausen war ein falscher Ort als Wahllokal angegeben, weshalb die Stadt die Wähler ab Sonntagmorgen mit einem Shuttle-Bus ins richtige Wahllokal brachte; in Buchholz mussten verzweifelte Wahlhelfer die (auch noch unvorbereitete) Turnhalle als Wahllokal für drei Stimmbezirke von einem Schlüsseldienst öffnen lassen (wir berichteten). Was dann am Abend besonders Kandidaten und Parteien, aber auch das Wahlteam, Interessierte und Journalisten ärgerte: Die Wahlergebnisse und die neue Sitzverteilung im Rat wurden im Internet auf wahlergebnis.duisburg.de statt gegen 20 Uhr erst um Mitternacht vollständig angezeigt. Die Erklärung ist ärgerlich und peinlich für die „Smart City“.

Dabei mussten die Wahlhelfer in den 323 Urnenstimmbezirken nicht viele Stimmen auszählen. Die Wahlbeteiligung war so niedrig wie nie in Duisburg seit 1946 und auch in NRW die geringste. Außerdem hatten ja mit 68.000 Stimmberechtigten so viele Duisburger Briefwahl beantragt wie nie zuvor; etwa 55.000 Wahlscheine wurden bei der Briefwahlauszählung nach Angaben von Wahlamtsleiter Ralph Cervik am Sonntagabend gezählt.

Kommunalwahl Duisburg: „Zahlendreher“ sorgte für besonders langen Wahlabend

In den Wahllokalen waren die ehrenamtlichen Wahlhelfer also mit der Auszählung der Stimmen für die Ratswahl ruckzuck, meist gegen 19 Uhr, fertig. Dann sollten die geschulten Wahlvorsteher diese Ergebnisse für die „Schnellmeldungen“ ans Wahlamt übermitteln, damit die Stimmen dem Wahlvolk bei der Online-Präsentation direkt angezeigt werden.

Diese „Schnellmeldung“ sollten die Freiwilligen – digitale Datenübermittlung hin, „Smart City“ her – telefonisch über eine Sondernummer ans Callcenter der Stadt durchgeben.

Allerdings kam eine unbestimmte Anzahl von Vorstehern lange Zeit nicht durch. „Da war andauernd besetzt“, berichtet einer. „Da brauchte man Geduld. Nach 20, 30 Minuten“, schätzt er, habe er das Ratswahlergebnis endlich übermitteln können.

Einige Wahlvorsteher aber konnten gar nicht durchkommen – weil sie von der Stadtverwaltung die falsche Durchwahl bekommen hatten.

„Bedauerlicherweise kam es in einem Handout für die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer zu einem Zahlendreher, so dass ein kleiner Teil eine falsche Nummer anrief“, erklärt Stadtsprecherin Anja Kopka am Montag auf Nachfrage.

Wahlamt wartete auf Meldungen von Wahlhelfern, die längst fertig waren

Auf deren „Schnellmeldungen“ warteten das Wahlamt und alle Interessierten dennoch bis in den späten Abend. Denn die erfolglosen Wahlvorsteher müssen irgendwann aufgegeben haben. Was als sicher gilt: Sie übergaben die Koffer und Mappen mit Stimmzetteln, Ergebnissen und Protokollen an die zuständigen Mitarbeiter der Stadt.

Nur wusste das Wahlteam anscheinend stundenlang nicht, warum es aus deren paar Stimmbezirken auch nach Stunden keine Schnellmeldung erreichte. Die Hauptamtlichen warteten bis spät in den Abend, bis auffiel, dass die Ergebnisse bereits „im Original“, auf Papier, vorlagen.

Und so herrschte erst um Mitternacht, als endlich alle Einzelergebnisse aus allen Stimmbezirken digital zusammengeführt werden konnten, Gewissheit darüber, wer wie viele Mandate im neuen Duisburger Riesen-Rat bekommt.

An der ärgerlichen Verzögerung ändert auch nichts, dass die telefonische Ergebnisübermittlung „in der überwältigenden Anzahl der Fälle“ laut Stadtsprecherin Anja Kopka „ohne Probleme“ erfolgt sei. „Das Callcenter war bestens aufgestellt und hatte 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Telefonie eingesetzt. In Spitzenzeiten waren maximal 30 Anrufe in der Anlage registriert, so dass es dort nicht zu nennenswerten Wartezeiten kam.“

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