Schlagerrevue

Atemlos durch die Charts: Ohrwurm am Opernplatz in Duisburg

„Aber bitte mit Sahne“, gesungen vom Ensemble „A-Capella-Popular“. Das Orchester beherrscht nicht nur Klassisches, sondern auch populäre Musik.

Foto: Jörg Schimmel

„Aber bitte mit Sahne“, gesungen vom Ensemble „A-Capella-Popular“. Das Orchester beherrscht nicht nur Klassisches, sondern auch populäre Musik. Foto: Jörg Schimmel

Duisburg.   Die Schlagerrevue „Atemlos durch die Charts“ der Musik- und Kunstschule hat das Publikum im Duisburger Stadttheater begeistert.

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Zwischen Notenständern und Celli blitzen rosa Ringelstrümpfe oder neongelbe Leggins auf – das einzige, das an Karneval erinnert, sind die Kostümierungen des Orchesters. Aber das war’s dann auch. Das dachten sich Sonntag ebenso hunderte Besucher im Stadttheater, die der Schlagerrevue „Atemlos durch die Charts“ der Musik- und Kunstschule lauschten – denn kein einziger kam verkleidet.

Stimmgewaltige Coverversionen

Obwohl textlich manche der vorgetragenen Lieder sicherlich ins Festzelt passen, sind die Neu-Interpretationen eine völlig andere Dimension an Musikalität. Wie zum Beispiel „Männer sind Schweine“: Das Sextett der Sängerinnen-Formation „Divas Extreme“ hat stimmlich Opernformat. Und als die Damen im Kanon darüber singen, wie der Mann rülpst, stinkt und furzt, ist es ein perfekter Konflikt für die Zuschauer – denn die Stimmen der Diven klingen klar und die Tonlagen entweichen ihren Mündern fast schon zu sauber. Ganz im Gegensatz zu den besungenen Männern.

Und dann tritt Princella Pereira auf. Erst zwölf Jahre jung, aber mit einer eindrucksvollen Soul-Stimme à la Erykah Badu oder Anita Baker. „Ein bisschen Spaß“ verwandelt sich plötzlich in eine soulige, jazzige, stimmgewaltige Coverversion des Originals von Roberto Blanco. Die akustischen Wellen dieses Hörgenusses wollen den Saal Stück für Stück zudecken, erobern, einnehmen. Dafür sorgt zusätzlich das Orchester mit immer mehr einsetzenden Instrumenten: Geige, Cello, Violine – was bleibt ist Gänsehaut.

Ein Wechselspiel der Genres

Der Abend ist es ein Wechselspiel der Genres. Mal sind die Streicher unter der Leitung von Ute Steffens, mal die Bläser, dirigiert von Jörn Wegmann, unterschiedlich stark gefordert. Das Orchester brilliert bei den unterschiedlichen Liedern. Die Schlagerevue sorgt aber genauso für federleicht-fröhliche Momente. Und selbst das Publikum singt. Als die sechs Mädchen der Immersatt-Kids zusammen mit Benjamin Peters an der Gitarre „Der Nippel“ von Mike Krüger performen, gibt’s während des Lieds taktvolle Klatscher und danach wird der Saal selbst zur Gesangsgruppe: „Und mit der kleinen Kurbel ganz nach oben drehen“ klingt beim textsicheren, spontanen Hobby-Chor auf einmal irgendwie schlüssig.

„Atemlos“ darf nicht fehlen

Gut eine Stunde ist das Programm mit den Pop-Songs absolut stimmig: Party-Atmosphäre mit „Dschinghis Khan“, rockig mit „99 Luftballons“ und zum Abschied gibt’s die Schlagerhymne schlechthin, die dem Programm auch den Titel gab: „Atemlos durch die Nacht“. Katja Stein, eine der Diven, singt und mit ihr im Hintergrund sämtliche Interpreten des Abends: die Band A-Capella-Popular, Sandrine Lisken, Marie Wegener, die Young Voices sowie die Geschwister Ahn und Khang Do. Ein gelungener, stimmiger Abend im Theater.

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