Verkehrslärm

Wo es in Duisburg-Walsum am lautesten durch den Verkehr ist

Online Version - Duisburg Nord Lärmbelastung Walsum

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Foto: Gerd Bertelmann

Duisburg-Walsum.   Die Bezirksvertretung Walsum hat einen über 100-seitigen Lärmaktionsplan vorgelegt bekommen. Was aber nicht heißt, dass jetzt etwas passiert.

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Die lautesten Stellen in Walsum sind schnell ausgemacht: Die schlimmste Ecke befindet sich mitten in Aldenrade. Aber auch Vierlinden, Alt-Walsum und Fahrn sind in manchen Bereichen fast unerträglich. Das haben Fachleute der Stadt Duisburg herausgefunden. Sie haben ihre Ergebnisse im sogenannten Lärmaktionsplan zusammengetragen. Das ist ein gut 100-seitiges Werk, das auf Grundlage der EU-Umgebungslärmrichtlinie erstellt worden ist. Ziel ist es, „schädliche Auswirkungen und Belästigungen durch den Umgebungslärm zu verhindern, ihnen vorzubeugen oder sie zu vermeiden.“

Dramatische Belastung rund um Bezirksamt Walsum

Der dramatischste Bereich befindet sich rund ums Bezirksamt. Die Friedrich-Ebert-Straße zwischen Kurfürstenstraße im Süden und Am Büschchen/Grabenstraße im Norden ist extrem durch Verkehrslärm belastet. Aber auch die Dr.-Wilhelm-Roelen-Straße, die im weiteren Verlauf in Richtung A-59-Anschluss Dr.-Hans-Böckler-Straße heißt, ist ein Extremfall. Im Westen startet das belastete Areal im Bereich des Friedhofs Aldenrade, im Osten endet er an der Schillerstraße. Die alte B 8 (Friedrich-Ebert-Straße) ist auch weiter im Norden stark beansprucht: Von der Stadtgrenze Dinslaken im Norden bis zur Canarisstraße im Süden versteht man als Fußgänger kaum sein eigenes Wort wegen des Verkehrslärms. In Fahrn ist die B 8 im Bereich Am Schwan ein Problemareal, die Römerstraße in Alt-Walsum zwischen Theodor-Heuss-Straße und An der Poeling.

Schmerzgrenze am Tag liegt bei 70 Dezibel

An all diesen Stellen wird die Schmerzgrenze von 70 Dezibel am Tag und 60 Dezibel in der Nacht überschritten. Sprich: Der Lärm ist so stark, dass er krank machen kann.

Was die Stadt denn nun zu tun gedenke, lautete eine Frage der Walsumer Politiker in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung, wo der Lärmaktionsplan vorgestellt wurde. Achselzucken bei den Verwaltungsleuten. Verkehrsplaner Bernd Welke und seine Kollegen stellten klar, dass erstmal gar nichts passieren werde. Denn: Die Stadt habe kein Geld. Es klang nach Kritik an der EU, als von Verwaltungsseite gesagt wurde, dass die Europäische Union zwar solche Pläne fordere, aber kein Geld zur Verfügung stelle, um Lärmzonen beseitigen zu können. So bleibt der Stadt Duisburg nur Folgendes: Wann und wo auch immer größere Baumaßnahmen an Straßen erfolgen, etwas Kanalerneuerungen, wolle man darauf achten, dass anschließend bei der Wiederherstellung der Straße alles getan werde, um den Lärm zu mindern. Etwa durch „Flüsterasphalt“: „Wenn irgendwo gearbeitet wird, schauen wir, ob wir was machen können.“ Dann sei der Begriff Lärmaktionsplan aber irreleitend, eine Mogelpackung, stellte der parteilose Franz Tews in den Raum. Da sei von Aktion die Rede. Worunter er versteht, dass tatsächlich gehandelt wird.

Tipp für Wohnungssuchende: Auf die Karte schauen

SPD-Fraktionschef Detlef Frese fragte, ob die geplante Umgehungsstraße (wir berichteten) in den genannten Bereichen zu weniger Lärm führen werde. Eine Antwort lässt sich indes kaum geben, so lange es die neue Straße nicht gibt.

Bernd Welke räumte ein, dass die genannten Stellen nicht die einzig lauten in Walsum sind. Es gebe etliche weitere, die nur ein, zwei, oder drei Dezibel darunter lägen. „Der Bürger merkt da aber keinen Unterschied.“ Dann gab Welke noch einen Tipp an Menschen, die umziehen wollen: Sie könnten sich an den Lärmkarten orientieren, „Damit es keine Überraschung gibt und man später sagt: Stadt, da musst du etwas tun.“

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