Projekt

Wertschätzung für kleine Walsumer an der Grundschule Vennbruchstraße

Grundschultheater in Walsum: Das „Fundsachen-Gericht“ urteilt die kleinen Besitzer der verlorenen Dinge ziemlich gnadenlos ab.Fotos:Daniel Elke

Grundschultheater in Walsum: Das „Fundsachen-Gericht“ urteilt die kleinen Besitzer der verlorenen Dinge ziemlich gnadenlos ab.Fotos:Daniel Elke

Walsum.   Die Grundschule Vennbruchstraße appelliert mit einer Mischung aus Kunstinstallation und Theater an die Kinder, achtsam mit Dingen umzugehen.

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Mit einem Bühnenstück und einer Kunstinstallation im Treppenhaus setzen sich Kunsterzieher, Lehrer und Schüler an der Grundschule Vennbruchstraße mit einem Thema auseinander, das wohl in allen Familien mit Kindern hohe Priorität genießt: Wertschätzung und Achtsamkeit im Umgang mit den eigenen Sachen und mit den Sachen anderer.

Ein Thema, das sich nicht nur auf die eigenen vier Wände erstrecke. Sondern eben auch auf Kindergärten und Schulen auf die Freizeit. Häufig passiere es, dass Kinder gerade erst geschenkte Spielzeuge verlören oder beschädigten, herum fliegen ließen oder leichtfertig an Freunde weiter gäben. Schulstandpunkt: Kinder dafür zu kritisieren, zu strafen, wäre falsch. Sie seien nicht verantwortlich dafür, dass sie in einer Gesellschaft des Überflusses aufwachsen, in der Zuwendungen jeglicher Art selbstverständlich seien.

Kein erhobener Zeigefinger

So war es auch nicht die Intention der Pädagogen aus Vierlinden, Zeigefinger zu erheben. Sensibilisiren für das Thema, den verschwommenen Blick der Kinder im allgemeinen Überfluss klar auf die Achtsamkeit für Sachen zu fokussieren.

Zu diesem Zweck entwickelten Künstler und Kunsterzieher des Düsseldorfer Betreuungs- und Kunstvereins Akki („Aktion und Kultur mit Kindern“) gemeinsam mit den Kindern eine Foto- und Ton-Spurensuche auf den Fluren und Treppen der Schule. Verlorene Objekte, die in der Schule übers Jahr gefunden wurden, haben die Macher fotografisch ihren kindlichen Besitzern zugeordnet – die zuvor in der Schule gesucht und gefunden wurden.

Da sind dann Mädchen neben überdimensionalen Spielzeugpuppen zu sehen. Jungs, die neben dem einst im Flur achtlos liegen gelassenen Dinosaurier stehen. Neben den Foto-Collagen klingen aus W-Lan-Lautsprechern Gesprächsfetzen. Da tauschen sich Kinder und Erzieher aus über die Dinge wie Lärm, Stress, Schnelligkeit, abgelenkt sein . . .

Viele Krankmeldungen bei Beteiligten

Eben alle Dinge, die dazu führen können, dass Bürbül ihre Barbie liegen lässt oder Jason seinen Scooter in der Schule oder auf dem Spielplatz vergisst. Farina Fasse und Katharina Termuth von „Akki“ begleiten Eltern und Kinder an diesem Tag. Die Aktion stand auf der Kippe: „Trotz vieler Krankmeldungen lassen wir die Aktion stattfinden, der Kinder wegen.“

Am Donnerstag wurden Kinder und Eltern in Kleingruppen durch die Installation im Treppenhaus geführt. Ziel war – neben der Entdeckung der Ausstellungs-Stationen – die Schulaula mit ihrer schönen Theaterbühne.

Das Stück spiegelt den Traum von einem Fundbüro wieder, in dem die verlorenen Dinge plötzlich lebendig werden und mit ihren Besitzern über Achtsamkeit reden. Wäre im wahren Leben für alle Eltern eine großartige Sache.

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