Umweltschutz

Wege zum Wald-Erhalt in Obermeiderich

Setzen sich gemeinsam für den Erhalt des Wäldchens am Rhein-Herne-Kanal ein: (v.li) Matthias Schneider, Cosima Beckmann und Dr. Detlef Feldmann.Foto:Lars Fröhlich

Setzen sich gemeinsam für den Erhalt des Wäldchens am Rhein-Herne-Kanal ein: (v.li) Matthias Schneider, Cosima Beckmann und Dr. Detlef Feldmann.Foto:Lars Fröhlich

Obermeiderich.   Bürger-Initiativen, Parteien, Hochschulgruppen und Einzelpersonen im Bündnis „Intakt – wem gehört die Stadt?“ informieren bei einem Bürgerabend.

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Das Wäldchen zwischen Rhein-Herne-Kanal und Koopmannstraße liegt den Obermeiderichern am Herzen. Das wurde jedem klar, der am Sonntagabend versuchte, sich noch in den proppenvollen Saal der Traditionsgaststätte Haus Laacks zu quetschen. Geladen hatte das im vergangenen Jahr aus Bürger-Initiativen, Parteien, Hochschulgruppen und Einzelpersonen gegründete Bündnis „Intakt – wem gehört die Stadt?“

Intakt hat sich vorgenommen, Bäume vor der Abholzung schützen und in den Quartieren Grünflächen zu erhalten. Deshalb möchte das Bündnis mit möglichst vielen Einsprüchen verhindern, dass das Wäldchen für ein Projekt „Wohnen am Wasser“ weichen soll. Denn so steht es im jetzt ausliegenden Entwurf des Regionalplanes Ruhrgebiet. Den Wunsch nach Erhalt des beliebten Spazierwegs hegen auch die Obermeidericher, die sich je nach Temperament sachlich bis wütend an der Diskussion beteiligten.

Cosima Beckmann besorgt über Deponie-Reste

Zuvor gibt es eine Einführung von Cosima Beckmann, die in Meiderich eine Praxis für Naturheilkunde betreibt. Sie zeigte sich besorgt darüber, dass eines der letzten Waldgrundstücke in Meiderich verschwinden könnte, ohne dass vorher klar würde, was dort im Boden steckt. Der kleine Wald war früher eine Bauschuttdeponie.

Die Trümmer eines ganzen Schulbaus sollen dort liegen. „Und wenn die nun erst nach dem Abholzen Bodenproben nehmen und dann feststellen, dass der Boden verseucht ist und sich eine Sanierung nicht lohnt?“, fragte sich Beckmann laut. Beispiele für eine solche Tabula-Rasa-Methode der Flächenentwicklung gäbe es schließlich mehrere, dazu nickten auch die Mitinitiatoren des Info-Abends, der Grüne Matthias Schneider und der Bezirksvertreter der Linken Detlef Feldmann.

Hohe Nickel- und Chromwerte

Doktor Feldmann gab als Mediziner seine Einschätzung der Umweltbelastungen an, denen die Gegend am Kanal jetzt schon unterliegte. Es gäbe viel Lärm von der Eisenbahn, der Wasser- und der Autostraße. Durch die Hafenanlagen lägen die gemessenen Nickel-und Chromwerte hoch. Zudem sei Obermeiderich eine ausgewiesene Hitzeinsel, so Feldmann, der auch auf die Nähe zu Störfallbetrieben hinwies. „Würden sie da wohnen wollen, wenn sie das Geld hätten, sich irgendwo neu anzusiedeln?“ fragte er in die Runde.

Unterstützung gab es von der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung. Christof Eickhoff kündigte an, in der Sondersitzung am 18. Februar das Anliegen von Intakt unterstützen zu wollen. „Aus unserer Sicht macht eine Siedlung an der Stelle keinen Sinn, es gibt genug andere Flächen zu entwickeln“, sagte auch sein Parteikollege Udo Steinke.

Wiesner und die zugewucherte Kirche Maria Königin

Heinz Wiesner erwähnte einmal mehr den zugewucherten Schandfleck rund um die aufgegebene Kirche Maria Königin. Ob die ganze Diskussion viel Lärm um nichts ist, wie Zuhörer äußerten, oder ob die Stadt tatsächlich einen Investor in der Hinterhand hat, bleibt abzuwarten.

Klar wurde aber, dass die Obermeidericher sich in Sachen Abholzung nicht alles gefallen lassen wollen. „Im Radio werben sie immer mit der grünen Stadt Duisburg“, sagte Zuhörerin Martina Diehm, „dabei sind schon so viele Bäume verschwunden, da müssen wir doch alle zusammen drauf aufpassen, dass es nicht noch mehr werden.“

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