Shopping in Walsum

Walsumer kaufen lieber in den Nachbarstädten ein als vor Ort

Zum Shoppen zieht es die Walsumer eher in die Nachbarstädte als in die Läden vor Ort.

Zum Shoppen zieht es die Walsumer eher in die Nachbarstädte als in die Läden vor Ort.

Foto: Henning Kaiser/dpa

Duisburg-Walsum.   Bürger in Duisburg-Walsum klagen über den Mangel an Fachgeschäften im Ortsteil. Untersuchung zeigt: Jeder 5. kauft sogar Lebensmittel woanders.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Walsumer klagen oft, dass das Warenangebot in den Geschäften vor Ort nicht mehr das Gelbe vom Ei sei. Man vermisst Bekleidungsfachgeschäfte, Schuhläden, Mode-Boutiquen, aber auch kleine Handwerksmetzgereien. Diesen Unmut können sie vom 3. Dezember 2018 bis zum 11. Januar 2019 äußern, wenn die Öffentlichkeit aufgerufen ist, Stellung zum Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Duisburg abzugeben.

Die Bezirkspolitik Walsum hatte sich vor wenigen Tagen schon mit dem Thema befasst. Enttäuscht war Bezirksbürgermeister Georg Salomon, dass die Bürgerschaft durch Abwesenheit glänzte, als das Konzept vorgestellt wurde. Dabei hatte Georg Salomon im Vorfeld noch aufgerufen, an der Sitzung teilzunehmen. Nach dem Motto: „Der Einzelhandel geht uns alle an.“

Die Versorgung der Bürger in Walsum ist sichergestellt

Stadtplaner Donato Acocella stellte heraus, dass es ihm bei seiner Untersuchung darum ging herauszufinden, wie die Versorgung der Bürger sichergestellt werden kann, beziehungsweise, ob sie gewährleistet ist. Grundsätzlich hat er Walsum mit seinen Einkaufsbereichen Friedrich-Ebert-Platz, Kometenplatz, Franz-Lenze-Platz und Holtener Straße ein ordentliches Zeugnis ausgestellt. Fast alle Angebote seien an den richtigen Stellen zu finden. Er sieht aber durchaus Entwicklungspotenzial.

Vor allem, weil er zu der Überzeugung gekommen ist: „Kaufkraft ist da.“ Das Problem sei, dass „das Geld in die Wettbewerbsstädte“ rund um Duisburg fließe. „Nach Duisburg kommen kaum Käufer.“ Die Duisburger gelte es, an die Stadt zu binden, ihr Geld vor Ort auszugeben. In Walsum gebe es Chancen im „mittel- und langfristigen Bedarf“ – das sind laut Definition etwa: Kleidung, Hausrat, Fahrräder, Wohnungseinrichtungen, Möbel, Foto- und Elektroartikel.

„Etwas Leerstand ist gut, dann kommt auch mal was Neues rein“

Die (geringe) Menge an Geschäftsleerständen findet Acocella in Walsum grundsätzlich ok. „Etwas Leerstand ist gut, dann kommt auch mal was Neues rein“, lautet seine Philosophie. Oder anders herum: Wenn es keine Leerstände gibt, bleiben Veränderungen aus. Allerdings sagte er auch, dass es problematisch sei, alte Geschäfte, die zum Beispiel noch einfach verglaste Schaufenster haben, zu vermieten. Da müsste Geld in die Hand genommen werden. Er brachte auch den „verkappten Leerstand“ ins Gespräch. Das seien solche Ladenlokale, in denen sich Wettbüros und Spielhallen ansiedeln.

Acocella würde sich wünschen, dass Kometenplatz und Friedrich-Ebert-Platz miteinander verbundnen werden – das Problem ist die dazwischen verlaufende „Rennbahn“, sprich: die Friedrich-Ebert-Straße. Deshalb kann sich SPD-Fraktionschef Detlef Frese auch nicht vorstellen, dass das hinzukriegen ist.

Kaufkraft in Walsum ist nicht mehr so gut wie früher

Der Planer wünscht sich zudem ein schöneres Ambiente. „Wohlfühl-Oasen“ findet Bezirksbürgermeister Georg Salomon auch klasse, will sich auch dafür einsetzen, etwa durch Außengastronomie. Allerdings weiß er auch: Die Kaufkraft in Walsum sei bei weitem nicht mehr so hoch wie früher, als der Pütt noch Arbeitsplätze bot.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben