Frauenprotest

Walsumer Katholikinnen fordern Strafen für Missbrauchstäter

Ursula Uhrner von der kfd St. Dionysius protestiert gegen den Missbrauch in der katholischen Kirche. Samstag lädt sie zum Protestgottesdienst ein.

Ursula Uhrner von der kfd St. Dionysius protestiert gegen den Missbrauch in der katholischen Kirche. Samstag lädt sie zum Protestgottesdienst ein.

Foto: Lars Fröhlich

Duisburg-Walsum.   Die Katholische Frauengemeinschaft in Duisburg-Walsum prangert Missstände in der Kirche an. Samstag folgt ein Protestgottesdienst vor Herz-Jesu.

Walsumer Frauen beteiligen sich an der einwöchigen, bundesweiten Protestaktion gegen die katholische Kirche. Sie fordern Reformen und energisches, rechtliches Vorgehen gegen kirchliche Würdenträger, die sich des Missbrauchs schuldig gemacht haben. Zum Abschluss der Woche werden Mitglieder der kfd St. Dionysius/Walsum (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) Samstagabend einen alternativen Gottesdienst vor der Herz-Jesu-Kirche in Overbruch feiern.

Der Aufruf zur Teilnahme an der Protestwoche kam aus Münster. Dort gingen am vergangenen Wochenende Hunderte Frauen auf die Straße, um die „unzeitgemäße und ungerechte Benachteiligung der Frauen“ in der katholischen Kirche anzuprangern und um die energische Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs zu fordern.

Diskussion über Fehlentwicklungen und Verfehlungen fallen schwer

„Wir haben immer wieder mal diese Themen in unseren Runden diskutiert“, sagt Ursula Uhrner, Teamsprecherin der kfd St. Josef/Aldenrade. Ihre Gruppe ist eine von vieren in der Pfarrei St. Dionysius. Ursula Uhrner ist von allen Gruppen als Sprecherin gewählt worden.

Sie ist seit 41 Jahren in der kfd tätig und weiß, wie schwer es vielen Frauen in der Vergangenheit gefallen ist, Themen wie Sexueller Missbrauch, Zölibat und Benachteiligung von Frauen in der katholischen Kirche zu diskutieren. Noch heute seien etliche Mitglieder ängstlich, solche Probleme offen an- und auszusprechen.

Auch evangelische Frauen sind in der kfd aktiv

Damit soll nun Schluss sein. „Wir stehen auf“, sagt die 76-Jährige. Und mit ihr rund 300 Frauen aus der kfd, zu der übrigens nicht ausschließlich Katholikinnen zählen. Es gebe auch Frauen von der evangelischen Kirche, die bei ihnen aktiv seien.

„Wir wollen was tun, damit sich in der Kirche was verändert. Wir wollen, dass der Zölibat aufgehoben wird. Wir fordern, dass Frauen als Priesterinnen arbeiten dürfen. Wir verlangen, dass gegen kirchliche Würdenträger, die sich des Missbrauchs schuldig gemacht haben, rechtlich vorgegangen wird.“

In der Vergangenheit wurde viel zu oft geschwiegen

In der Vergangenheit sei viel zu oft geschwiegen worden zu diesen Themen. „Missbrauch wurde in der Kirche unter dem Mantel der Verschwiegenheit behandelt. Das kann nicht richtig sein!“, sagt Ursula Uhrner.

In dieser Woche haben sich die Walsumer Damen, die in der Kirche normalerweise kleine Helferinnendienste erledigen, zurückgezogen. Erst Samstagabend wollen sie wieder aktiv werden. Mit dem Protestgottesdienst vor der Kirche, während drinnen der normale Gottesdienst abgehalten wird.

Walsumerinnen stellen sich auf Überzeugungsarbeit ein

Ursula Uhrner weiß, das der Vorabendgottesdienst stets gut besucht ist. Sie hofft, dass nur wenige Gläubige den Weg ins Gebäude gehen. „Wir werden sicherlich Überzeugungsarbeit leisten müssen“, sagt sie. Schließlich sei Protest nicht jedermanns, beziehungsweise jederfraus Sache. Teilnehmen dürfen nicht nur Frauen. „Männer natürlich auch. Wir sind dankbar für jegliche Unterstützung.“

Hier finden Sie die Infos zum Protestgottesdienst

Der Protestgottesdienst beginnt am 18. Mai um 18 Uhr vor der Kirche Herz Jesu, Herzogstraße 132 in Walsum-Overbruch. Ab 17 Uhr sind Damen von der kfd schon für Gespräche vor Ort.

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