Ruhrort.

Unruhe in Ruhrorts Nachbarschaften

Mülltrennung mal anders: Selbst wenn in den Mülltonnen noch Platz wäre; hier ist es für Mieter unmöglich, auf den Hof zu gelangen und den Müll ordentlich zu entsorgen.

Foto: Markus Büttgenbach

Mülltrennung mal anders: Selbst wenn in den Mülltonnen noch Platz wäre; hier ist es für Mieter unmöglich, auf den Hof zu gelangen und den Müll ordentlich zu entsorgen. Foto: Markus Büttgenbach

Ruhrort.   An Fabrikstraße, Karlstraße und Bergiusstraße klagen Anwohner über einen Anstieg von Vermüllung, Lärm und Störungen des sozialen Friedens.

Mit seinen Kunstgalerien, mit seinem Hafen-Flair, hat Ruhrort sich positive Alleinstellungsmerkmale unter den Duisburger Stadtteilen geschaffen. Aus diesen Gründen kamen auch die Ruhrorter Bürger (Namen der Redaktion bekannt) in den Stadtteil, die sich jetzt über Michael Büttgenbach an die Redaktion wandten.

Sie leben und arbeiten an der Karlstraße, Bergiusstraße und der Fabrikstraße. Der Alltag dort, sagt CDU-Bezirkschef Büttgenbach, habe für die Bürger in den vergangenen Monaten aber rein garnichts mehr mit Hafenstadtteil-Romantik gemein. In drei Häusern, die an den genannten Straßen liegen, wohnen seit Monaten rumänische Roma-Familien, die mutmaßlich im Zuge des Durchgreifens der städtischen Taskforce von Marxloh nach Ruhrort kamen.

Anwohnerin spricht von zahlreichen Ratten

Eine Anwohnerin spricht von zahlreichen Ratten und stuhlgefüllten Windeln, die regelmäßig aus Fenstern im Obergeschoss fliegen. „Abgesehen von der Vermüllung“, sagt ein weiterer Anwohner, „ist es der Zustand ständiger öffentlicher Ruhestörung, der uns hier seit Monaten wirklich fertig macht.“

So würden Pkw zwischen 22 Uhr abends und 1 Uhr in der Frühe bei laut röhrenden Motoren auf offener Straße repariert. Lautstarke Auseinandersetzungen bis in die frühen Morgenstunden und fröhliche Familienfeiern bis zum Sonnenaufgang seien schon lange keine Ausnahme mehr: „Sondern leider die Regel. Jeden Tag wird hier der soziale Frieden gestört, oft bis drei, vier Uhr morgens.“

Polizei kommt prompt

Die Polizei habe man schon häufig gerufen, die Beamten würden auch immer erscheinen: „Aber geändert hat sich an der Gesamtsituation leider noch gar nichts.“ Die betroffene Nachbarschaft habe sich mittlerweile organisiert. Auch würde man es nicht dabei belassen, über die neuen rumänischen Nachbarn zu reden: „Es gab viele Versuche der konstruktiven Kontaktaufnahme“, sagt Michael Büttgenbach, der in Ruhrort in der Vergangenheit erfolgreich Integrationsprojekte für Kinder und Jugendliche erdacht und durchgeführt hat.

Diese Versuche, sagt er, waren nicht von Erfolg gekrönt: „Das mündete dann in einer sehr aggressiven Stimmung, obwohl die Leute hier vor Ort das sehr sachlich und ruhig angegangen sind.“

Büttgenbach wünscht sich Integrations-Patenschaften

Er persönlich hoffe immer noch darauf, seine Idee von Integrations-Patenschaften hier erfolgreich zu etablieren: „Dazu gehören aber immer zwei Parteien, die bereit sind, da mitzumachen.“ Büttgenbach und die betroffenen Bürger hoffen jetzt, dass die kommunale Task-Force für Problemimmobilien auch die betroffenen Häuser in Ruhrort in den Fokus nimmt: „Damit die Lage hier unter Kontrolle bleibt.“

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