Kreuzeskirche in Marxloh

Unfall in der Kreuzeskirche: Glocken bleiben lange stumm

Im Turm der Kreuzeskirche ist der Eisenklöppel einer Glocke abgebrochen und hat ein tiefes Loch im Boden hinterlassen. Die Erneuerung der Glocken ist aufwendig und dauert mehrere Monate.

Im Turm der Kreuzeskirche ist der Eisenklöppel einer Glocke abgebrochen und hat ein tiefes Loch im Boden hinterlassen. Die Erneuerung der Glocken ist aufwendig und dauert mehrere Monate.

Foto: Fabian Strauch

Duisburg-Marxloh.  Nachdem in der Marxloher Kreuzeskirche ein Teil einer Glocke zerbrach, ist nun eine Sanierung nötig. Das erfordert viel Knowhow – und viel Geld.

„Wie ein Geschoss“ sei der massive Eisenkörper eines Morgens durch den Kirchturm geflogen, erzählt Pfarrerin Anja Humbert: Beim Morgengeläut, das zwischen 9.50 und 10 Uhr üblicherweise die Gläubigen in die Marxloher Kreuzeskirche ruft, ist kürzlich der Klöppel einer Glocke abgebrochen. Die Evangelische Bonhoeffer Gemeinde hat sich jetzt dazu entschlossen, zur Sicherheit gleich alle vier Klöppel erneuern zu lassen. Ein aufwendiges Unterfangen, das nicht nur viel Fachwissen erfordert, sondern auch viel Geld.

Duisburger Kirche: Reparatur der Glocken kostet fünfstelligen Betrag

Wie schwer so ein Klöppel ist, zeigt das tiefe Loch, das er im Boden des Turms hinterließ. Deshalb ist Humbert vor allem froh, dass er nicht in den Kirchhof geflogen ist und dort größeren Schaden angerichtet hat. Die Sanierungsarbeiten haben bereits begonnen; sie werden von der auf Kirchturmtechnik spezialisierten Firma HEW aus Herford durchgeführt. Schon der Ausbau ist nicht unkompliziert und nimmt ganze drei Tage in Anspruch. Im Anschluss daran werden alle vier Klöppel neu geschmiedet – ein Prozess, der Monate dauert. „All das wird die Gemeinde etwa 30.000 Euro kosten“, verrät Anja Humbert auf Nachfrage der Redaktion. Die Pfarrerin und Presbyteriumsvorsitzende hofft zum jetzigen Zeitpunkt, dass an Ostern „das schöne, volle Geläut der Kreuzeskirche“ wieder erklingen kann.

Bereits zu Beginn dieses Jahres musste die Gemeinde die 1948 geschmiedeten Glocken sanieren lassen. Diese Arbeiten standen jedoch nicht im Zusammenhang mit den Klöppeln: Damals wurden auf Anraten des Glockensachverständigen der Landeskirche die Bronzedübel durch neue Rotgussdübel ersetzt. Eine Maßnahme, die vor allem zur besseren Klangentfaltung beitragen sollte. Dafür waren bereits 20.000 Euro fällig geworden – für die Gemeinde ein teures Jahr. „Wir haben ja auch noch eine zweite Kirche, die ebenfalls unterhalten werden muss“, so Humbert.

Marxloher Gemeinde muss wegen Corona Spendenausfälle kompensieren

Dennoch sei es für das Presbyterium auch nach dem jüngsten Unfall nicht in Frage gekommen, nur die kaputte Glocke außer Funktion zu setzen und darauf zu vertrauen, dass die Klöppel der anderen Glocken weiter ihren Dienst tun. Noch weniger sei es eine Option gewesen, die Glocken stillzulegen und dauerhaft auf ihr Geläut zu verzichten. Denn dann, so Humbert, „hätte man in Kauf genommen, dass in Marxloh die letzte Kirche verstummt, deren Glocken täglich mehrfach zu hören sind“. Mit der jetzt beschlossenen Erneuerung werde man „das Geläut unserer Kreuzeskirche für die nächsten Jahrzehnte sichern“.

Der neuerliche Corona-Lockdown kommt auch deshalb für die Marxloher Protestanten zur Unzeit: Eigentlich sollten gerade in der Advents- und Weihnachtszeit einige Veranstaltungen rund um die Kirche stattfinden und in deren Rahmen auch Spenden für die Glocken gesammelt werden. Da nun aber mit derartigen Einnahmen nicht zu rechnen ist, bittet die Gemeindeleitung auf anderem Weg um Spenden, um die Kosten zu bewältigen. Wer helfen möchte, bekommt bei Pfarrerin Humbert unter 0203 4061646 weitere Informationen.

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