Umweltschutz

Taucher fischen den Abfall aus der Alten Emscher in Duisburg

Die Taucher vom Verein "Taucher im Nordpark Duisburg" reinigten die Emscher im Landschaftspark Nord.

Die Taucher vom Verein "Taucher im Nordpark Duisburg" reinigten die Emscher im Landschaftspark Nord.

Foto: Michael Dahlke

Duisburg-Meiderich.   Der Tauchverein aus dem Landschaftspark Duisburg-Nord und Angler haben gemeinsam die Alte Emscher gereinigt. Umweltsünder entsorgen darin Müll.

Die Emscher hat lange Zeit eher als übel riechendes Schlammloch, denn als Fluss gegolten. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Auch die Alte Emscher im Landschaftspark Duisburg Nord und die beiden dortigen Rundklärbecken sind durch die Industrie schon lange nicht mehr verschmutzt.

Das haben allerdings so manche Zeitgenossen noch immer nicht mitbekommen. Darum begeben sich die Mitglieder vom Verein „Taucher im Nordpark Duisburg“ zweimal im Jahr in das Wasser und säubern es von allerlei Unrat. Am Samstag war es wieder so weit. Eine ganze Anhängerladung Müll zogen die Taucher mit Unterstützung des Angelvereins ASV Alte Emscher aus dem Wasser.

Es gab auch schon Staubsauger, Notebooks oder gleich einen ganzen Mofa-Motorblock

Die Angler haben sich erst kürzlich gegründet und waren zum ersten Mal dabei. „Das meiste, was wir finden, ist Glas. Flaschen, Flaschen und nochmal Flaschen, zum Teil mit Kisten“, sagt Tauchervorsitzender Michael Drecker. Die würden nach einer durchzechten Zeit am Ufer einfach ins Wasser geworfen. Aber es gab auch schon Staubsauger, Notebooks oder gleich einen ganzen Mofa-Motorblock, der auf dem Grund lag. Diesmal fanden die Taucher einen Spielzeug-Monster-Truck. „Die Farbe war noch ganz frisch.“ Der könnte sogar unfreiwillig den Weg ins Wasser gefunden haben. Sobald etwas länger im Wasser liegt, fängt es an zu vermodern. Holt man es heraus, ist das ein eher unangenehmer Geruch.

Die Taucher sind zu Dritt von beiden Seiten der Alten Emscher ins Wasser gegangen. Mit dabei hatten sie große Netze, in welche sie den Müll packten.

Schwere oder sperrige Gegenstände wurden mit einem dicken Seil an Land gezogen

Den nahmen die Angler in ihren hohen Wathosen und die anderen Vereinsmitglieder am Flussufer an, um ihn dann per Anhänger der fachgerechten Entsorgung zuzuführen. Schwere oder sperrige Gegenstände wurden mit einem dicken Seil an Land gezogen.

Das Tauchen nach Müll in der zwischen zweieinhalb bis drei Meter tiefen Emscher ist allerdings nicht ganz ungefährlich. Darum tragen die Taucher über ihren normalen Tauchhandschuhe zusätzlich Arbeitshandschuhe. „Man muss auch aufpassen, dass man sich nicht den Anzug aufschneidet“, so Drecker. Zum Beispiel, wenn man sich unachtsam auf den Grund des Flusses hinkniet.

Ansonsten ist die Alte Emscher eher kein Tauchgewässer. Dafür freuen sich die Froschmänner umso mehr, dass die Renaturierung Früchte getragen hat. „Das ist inzwischen gutes Wasser und es gibt dort 60 bis 70 Zentimeter lange Hechte“, so Drecker.

Medusen im leben heute im alten Klärbecken

Auch Karpfen und große Kois seien inzwischen in dem Gewässer unterwegs. Sogar eine lebende handteller-große Schildkröte wurde dort bereits unter Wasser gesichtet. Die sei dort aber vermutlich eher ausgesetzt worden, habe aber dort leben können. Und in den zwei steinernen Rundklärbecken hätten sich Süßwassermedusen angesiedelt. Ein Zeichen für gute Wasserqualität. „Das sind inzwischen reine Biotope.“

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