Tierschutz

Straßenkatzen: Tierschützer bekommen Geld von der Stadt

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Insbesondere im Duisburger Norden gibt es einige Hotspots, an denen sich viele Straßenkatzen tummeln.

Insbesondere im Duisburger Norden gibt es einige Hotspots, an denen sich viele Straßenkatzen tummeln.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die Stadt Duisburg stellt Tierschützern nun doch ein Budget für die Kastration von Straßenkatzen bereit. Deren Arbeit soll künftig leichter sein.

Tierschützer sollen in Duisburg nun doch Hilfe bei der Kastration wildlebender Katzen erhalten. Das hat der Rat der Stadt in seiner Sitzung am Montag beschlossen. Der Antrag, den die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen gestellt hatte, sieht ein festes Budget für die Kastrationen vor sowie einen „Runden Tisch“, an dem Vertreterinnen und Vertreter von Tierschutzeinrichtungen sowie der Stadt teilnehmen. So sollen die Streuner-Populationen insbesondere in den Hotspots im Duisburger Norden unter Kontrolle kommen.

„Wir sind sehr glücklich“, sagt die Fraktionsvorsitzende der Grünen Anna von Spiczak auf Nachfrage. Noch im September und Oktober waren zwei ähnliche Anträge durch die Fraktionen von SPD und CDU abgelehnt worden, jeweils ohne Begründung. „Dieses Mal hatten uns die anderen schon im Vorfeld signalisiert, dass sie dem Antrag zustimmen werden.“ In der Ratssitzung selbst war die Entscheidung dann einstimmig.

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Straßenkatzen in Duisburg: Öffentlicher Druck ist gestiegen

Den Sinneswandel bei Sozial- und Christdemokraten führt von Spiczak auf den zuletzt gestiegenen öffentlichen Druck zurück. Auf die Berichterstattung dieser Zeitung hin haben weitere Medien die Situation der Straßenkatzen thematisiert. Im November schaltete sich zudem der Deutsche Tierschutzbund ein und appellierte öffentlich an Oberbürgermeister Sören Link (SPD), den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern nicht länger die Unterstützung zu verweigern.

Nun soll ihnen künftig ein Betrag zwischen 10.000 und 20.000 Euro pro Jahr zur Verfügung stehen – Geld für Kastrationen, die bei Tierarztpraxen und in Tierkliniken, zum Beispiel in Asterlagen, stetig teurer werden. Der Runde Tisch soll zudem herausarbeiten, wie und wo Kastrationen in Duisburg zuverlässig durchgeführt werden können.

Anna von Spiczak ist hoffnungsvoll, dass der Ratsbeschluss zügig umgesetzt wird. Sie vertraue da auch auf Matthias Börger, der nun seine Arbeit als Umweltdezernent offiziell aufnehmen kann. In dieser Funktion ist Börger auch für tierärztliche Angelegenheiten verantwortlich. Von Spiczak weist darauf hin, dass durchaus Eile geboten ist: „Je länger wir warten, desto mehr Katzen können sich noch fortpflanzen.“

Streuner können sich pro Jahr mehrfach fortpflanzen

Die Grünen sehen in der Überbevölkerung von Straßenkatzen „ein ernsthaftes Problem für den Tier- und Artenschutz im Stadtgebiet“. „Hauskatzen sind grundsätzlich nicht für ein Leben in der Wildnis geeignet“, heißt es in dem Antrag der Ratsfraktion. Die Tiere leiden demnach oft unter ansteckenden Krankheiten und Futtermangel, werden zudem Opfer menschlicher Gewalt.

Nicht kastrierte Katzen können sich außerdem zwei- bis dreimal im Jahr fortpflanzen. Die Population in Duisburg werde „explodieren“, sollte die Stadt nicht eingreifen, hatten Tierschutzvereine zuletzt gewarnt. Zu ihnen hat Anna von Spiczak unmittelbar nach der Ratssitzung Kontakt aufgenommen. Sie spricht von „großer Erleichterung“ bei den Tierfreunden, die jetzt so schnell wie möglich mit den Behörden zusammenkommen sollen.

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