Luftverschmutzung

Stickstoffdioxid wird im Duisburger Norden zum Problem

Durch die Industrie – im Bild Thyssenkrupp und im Hintergrund das Walsumer Kraftwerk – wird die Luft nicht mehr sonderlich verdreckt.

Durch die Industrie – im Bild Thyssenkrupp und im Hintergrund das Walsumer Kraftwerk – wird die Luft nicht mehr sonderlich verdreckt.

Foto: Hans Blossey

Duisburg-Walsum/Hamborn/Meiderich/Ruhrort.   Mittelwert deutlich über dem Erlaubten: Nicht Feinstaub oder Industriebeslastung ist im Duisburger Norden ein Problem, sondern Stickstoffdioxid.

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Die Belastung durch Feinstaub bereitet im Duisburger Norden keine Sorgen mehr. „Seit dem Jahr 2014 gibt es in ganz Nordrhein-Westfalen keine Überschreitungen“, sagt die Pressesprecherin des Lanuv, Birgit Kaiser de Garcia.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz sieht aber Handlungsbedarf beim Stickstoffdioxid: In Meiderich wurde der zulässige Wert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft an der Messstelle Bahnhofstraße 90 anscheinend überschritten. Noch liegen die offiziellen Daten nicht vor, die werden voraussichtlich nach Ostern vom Ministerium veröffentlicht. Allerdings kann man den Mittelwert anhand bereits veröffentlichter Daten selbst errechnen. Demnach liegt dieser Wert an der vielbefahrenen Straße bei 44 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

„Wir weisen seit den frühen 2000er Jahren immer wieder darauf hin, dass die Stickstoffdioxidbelastung an vielen Stellen zu hoch ist“, sagte Birgit Kaiser de Garcia im Gespräch mit unserer Redaktion. Geändert habe sich nichts.

Früher war die Industrie der Hauptluftverschmtzer

Früher sei für die Luftverschmutzung vor allem die Industrie verantwortlich gewesen. Nachdem aber die Zechen geschlossen, und Großanlagen wie das Stahlwerk von Thyssenkrupp durch diverse Maßnahmen kaum noch dreckige Abgase in die Luft bliesen, sei das Auto das Hauptproblem geworden. Auch, weil die Zahl der Fahrzeuge und die Menge der Fahrten seit den 1960er/1970er Jahren drastisch zugenommen habe. Hinzu kommt, dass auch die Messmethoden besser geworden sind.

„Industrie-Emissionen machen heute nur noch fünf Prozent beim Stickstoffdioxid aus.“ Auch Heizungen seien kein Problem. Stickstoffdioxid werde in der Regel durch dichten Verkehr vor Ort produziert.

Gesundheitsschädlicher Metallstaub im Hafengebiet

Gemessen wird Stickstoffdioxid auch in Bruckhausen (Kaiser-Wilhelm-Straße), in Walsum an der Sonnenstraße, in Marxloh an der Kiebitzmühlenstraße und an der Untermeidericher Bergstraße. In Walsum und Bruckhausen werden die Grenzwerte nach ersten Berechnungen nicht überschritten, für Marxloh und Untermeiderich liegen noch keine Ergebnisse vor. Die Proben von den beiden letztgenannten Stellen werden noch auf Metalle untersucht. Die bereiten seit Jahren vor allem im Umfeld des Hafens Probleme, dort, wo Schrott verarbeitet wird. Immer wieder werden dort gesundheitsschädliche Schwermetalle gefunden – wir berichteten.

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