Wildtiere

Steinkäuze fühlen sich in der Walsumer Rheinaue wohl

Verschlafen blinzelt dieser kleine Steinkauz in die wärmenden Sonnenstrahlen.

Verschlafen blinzelt dieser kleine Steinkauz in die wärmenden Sonnenstrahlen.

Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb

Walsum.   In diesem Teil unserer Serie „Wildtiere in der Stadt“ geht es um Steinkäuze. Die kleinen Eulen sind insbesondere in der Dämmerung zu sehen.

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Die Walsumer Rheinaue ist ein Paradies für die kleinen Steinkäuze. Dort finden die gerade mal gut 20 Zentimeter hohen Eulen reichlich Nahrung – und vor allem Nistplätze. Überwiegend jagen sie nachts und in der Dämmerung, berichtet Tobias Rautenberg, Ornithologe der Biologischen Station im, Landschaftspark Nord. Mit etwas Glück kann man die Käuze aber auch tagsüber entdecken, weiß Stefan Jeschke, Förster der Stadt Duisburg.

Über die Anzahl dieser recht standorttreuen Vögel in Duisburg gibt es keine genauen Zahlen. Da sie laut Jeschke sogenannte Kulturfolger sind, also sich gerne dort aufhalten, wo Menschen siedeln, fühlen sie sich selbst in einer Industriestadt wie Duisburg wohl – so lange man ihnen offene Flächen mit Nisthilfen bietet.

In der Rheinaue ist das zweifelsohne der Fall. Dort gibt es – auch Dank der engagierten Naturschützer um Johannes Meßer vom Bund für Umwelt und Naturschutz, BUND – viele geeignete „Verstecke“, in denen die Käuze ihre Jungen aufziehen können. In erster Linie sind es die Kopfbäume. Bekanntlich kümmert sich der BUND darum, dass sie in der Rheinaue stets gepflegt werden – wir berichten regelmäßig. Durch den Rückschnitt der Äste entstehen natürliche Baumhöhlen, in denen sich Steinkäuze einnisten. Direkt vor der Haustür finden die Kleineulen viel Grünland und – insbesondere direkt auf der anderen Rheinseite – auch Ackerflächen. Überall ist der Tisch reich gedeckt: „Die Käuze finden dort Mäuse und Käfer“, sagt Tobias Rautenberg. Und genau darauf stehen die Vögel.

Tagsüber kann man die Tiere auf Pfählen sitzen sehen, aber auch auf Zäunen und Schornsteinen. Von dort aus beobachten sie ihr Umfeld. Wenn sie eine Maus entdecken, schwingen sie sich nahezu lautlos auf und jagen ihr hinterher. Auch am Boden kann man die Flieger beim Beutemachen beobachten. Sie gelten als flinke „Läufer“, die einer entwischten Feldmaus durchaus hinterher rennen können.

Genauso gut wie die Rheinaue sind Streuobstwiesen. Auch dort fühlen sich diese Eulen sehr wohl. Alte Obstbäume sind ebenso ideal als Nistplatz. Stefan Jeschke appelliert an die Gartenbesitzer, solche Bäume stehen zu lassen, selbst wenn sie nicht mehr die ertragreichsten sind. Er empfiehlt auch einen starken Rückschnitt dieser Gewächse, damit sich dadurch natürliche Nisthöhlen bilden.

Steinkäuze sind zwar Raubvögel – aber ohne Feinde sind sie deshalb nicht. „Marder“, weiß Tobias Rautenberg, „holen gerne aus Nisthilfen und Bäumen die Gelege der Käuze“.

Der Ruf ist weithin hörbar

Auch, wenn die Tiere weit weg sind, kann man sie an ihrem Ruf erkennen: „Gjuh, gjuh oder huui, huui “ rufen sie – hörbar selbst in einem halben Kilometer Entfernung. Die Unterseite des Körpers ist weiß-braun gestreift, die Oberseite braun-weiß gefleckt. Die Augen sind kräftig gelb gefärbt. Die Flügelspannweite misst maximal knapp 60 Zentimeter. Tauben sind nur unwesentlich kleiner. Die Tiere wiegen um die 200 Gramm und vertilgen pro Tag etwa ein Drittel ihres Gewichts.

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