Verkehr

Statt U-Bahn schnelle Straßenbahn

Weiter nördlich als zum U-Bahnhof Meiderich wird die U-79 auch künftig nicht unter der Erde fahren.Foto:Phillip Wahl/Archiv

Weiter nördlich als zum U-Bahnhof Meiderich wird die U-79 auch künftig nicht unter der Erde fahren.Foto:Phillip Wahl/Archiv

Meiderich/Hamborn.   Der Plan, für 90 Millionen Euro einen Bahntunnel von Meiderich nach Hamborn zu graben, ist endgültig gekippt.

Am 24. Mai hat die Verwaltung der Stadt den Plan aus dem Jahr 2001, einen Tunnel für die U79 vom Meidericher Bahnhof bis zur Emscherstraße zu bauen, verworfen. Das 90 Millionen Euro teure Projekt, das seit 2004 auf Eis liegt, weil eine öffentliche Förderung nicht zu Stande kam, wird nicht weiter verfolgt.

Eine Anhörung dazu fand in der Sitzung der Bezirksvertretung Meiderich-Beeck am 1. Juni statt, wo der Tagesordnungspunkt ohne Wortbeiträge der anwesenden Kommunalpolitiker zur Kenntnis genommen wurde.

Alternative Verbindung wird seit 2012 geplant

Nachdem am gestrigen Montag der Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Verkehr die Vorberatung der betreffenden städtischen Beschlussvorlage 17-0499 abgeschlossen hat, wird nun am 3. Juli der Rat der Stadt den langgehegten Traum einer Nord-Süd-U-Bahnverbindung zu den Akten legen.

Alternativ plant die Stadt seit dem Frühjahr 2012 eine neue, schnellere, überirdische Verbindung für die Straßenbahnlinie 903.

Neue Haltestelle „Brückelstraße“ entsteht

Der neue Streckenabschnitt soll über knapp 1,8 Kilometer von der Stadtbahnrampe Bahnhofstraße, nahe Meidericher Bahnhof, bis zur Neumühler Straße, südlich der Theodor-Heuss-Straße, reichen.

Im Bereich der Einmündung Bahnhofstraße/Emmericher Straße soll die neue Haltestelle „Brückelstraße“ entstehen, die künftig die beiden rege frequentierten Haltestellen Voßstraße (etwa 1000 Fahrgäste am Tag) und Emilstraße (1500) ersetzen soll. Auch südlich der Bronkhorststraße entsteht eine neue Haltestelle.

Barrierefreier Ausbau geplant

Im neuen Streckenverlauf erhalten bleibt die stark genutzte Haltestelle Landschaftspark (rund 2200 Fahrgäste am Tag), Ein barrierefreier Ausbau der Haltestellen ist geplant. Die Gesamtkosten von 18 Millionen Euro sollen größtenteils durch Fördergelder des VRR aufgebracht werden.

Uwe Becker, Leiter des Arbeitskreises Nord des Wählerbündnisses Junges Duisburg, wandte sich an die Redaktion, um die Pläne zu kommentieren: „Schon vor einem Jahr hat unsere Fraktion mit ihrem Antrag „Besser ankommen – in Schule, Beruf & Freizeit“, die bessere Anbindung des Nordens an den öffentlichen Personennahverkehr gefordert.“ Daher begrüße das Junge Duisburg die Pläne zum Ausbau der Linie 903 sehr.

Probleme, weil Straße zu schmal ist

Die Freude über die Entscheidung mischt sich bei Bruno Sagurna, Ratsherr und Vorsitzender der Meidericher SPD, mit Skepsis: „Warum in der Bezirksvertretung von uns niemand etwas zu dem Thema gesagt hat? Wir als SPD kennen das Thema seit 15 Jahren und wir kennen auch die Probleme, die damit verbunden sind.“

Sicher sei es grundsätzlich zu begrüßen, dass jetzt der überirdische Ausbau der 903 angepackt werde: „Aber da gibt es Hemmnisse, die man nicht wegdiskutieren kann: Die Emilstraße Richtung Bronkhorststraße ist zu schmal“, sagt Sagurna. Um dort wie geplant auszubauen, müsse die Straße verbreitert werden: „Ist aber nicht problemlos möglich, weil Häuser abgerissen werden müssen.“

Seiner Meinung nach werde der Ausbau sich hin ziehen: „Vor 2027 sehe ich da keine Chance.“

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