Industrie

Start des Kohlekraftwerkblocks "Walsum 10" in Duisburg weiterhin unklar

Wann der Kohlekraftwerksblock "Walsum 10" in Duisburg ans Netz geht und Strom produziert, ist weiterhin unklar. Foto: Hans Blossey

Wann der Kohlekraftwerksblock "Walsum 10" in Duisburg ans Netz geht und Strom produziert, ist weiterhin unklar. Foto: Hans Blossey

Duisburg-Walsum.   Noch ist unklar, ob und wann der neue Kraftwerkblock Walsum 10 in Duisburg Strom produziert. Nach der Reparatur undichter Schweißnähte sollte der Block eigentlich im Januar ans Netz gehen. Nun kündigte Evonik an, den Probebetrieb im März zu starten.

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Ob und wann der neue Kraftwerkblock in Walsum Strom produziert, steht in den Sternen. Ein finanzielles Abenteuer für das Stadtwerkekonsortium, das die Steag-Anlagen zu 51 Prozent übernehmen will, sei damit aber nicht verbunden.

Das berichtet der Sprecher der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV), Torsten Hiermann, auf Anfrage unserer Zeitung.

"Wir haben die Risiken betrachtet"

„Wir haben die Risiken betrachtet und durch den Vertrag ausgeschlossen, dass wir die Katze im Sack kaufen“, sagte Hiermann weiter. Sprich: Block Walsum 10 muss mit der angekündigten Leistung (790 Megawatt) über kurz oder lang ans Netz gehen. Details wollte er allerdings nicht nennen.

Nach Informationen der Redaktion soll es aber Vereinbarungen geben, die einen späteren Start des Kraftwerks berücksichtigen. Aus gewöhnlich gut informierter Quelle war zu erfahren, dass das Stadtwerkekonsortium „sehr konservativ“ die Leistung der zum Kauf anstehenden Kraftwerke berechnet habe und somit auf der sicheren Seite sei. Kritiker indes befürchten, dass die mehrheitliche Übernahme der Steag-Kohlekraftwerke zur finanziellen Katastrophe werden könnte, u.a. wegen Walsum 10.

Wann das Werk ans Netz geht, ist noch unklar

Zurück zu diesem Kraftwerkblock: Noch immer ist nicht klar, wann die Anlage, die die technisch modernste in ganz Europa werden soll, überhaupt ans Netz geht. Nach der erfolgreichen Druckprobe im Juli 2009 war man sich bei Evonik sicher, dass die Turbine schon bald angeworfen werden könnte. Ein Irrtum: Vor rund einem Jahr entdeckte man plötzlich undichte Schweißnähte im Kessel, der mit 311 Bar und einer Temperatur von 319 Grad betrieben werden soll.

Erst waren es 1500, dann 3000 Nähte, die erneuert werden mussten. Ende vergangenen Jahres sollte die Anlage angefahren werden, dann hieß es Ende Januar 2011. Und nun soll der Probebetrieb im März beginnen.

Warum sich der Start weiter verzögert, dazu macht Evonik keine klaren Angaben.

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