Städtebau

Sprudelnder Quell symbolisiert lebendigen Zinkhüttenplatz

Es tropft von oben und es sprudelt von unten: Am Samstag wurde der neue Springbrunnen am Zinkhüttenplatz eingeweiht.Foto:Frank Oppitz

Es tropft von oben und es sprudelt von unten: Am Samstag wurde der neue Springbrunnen am Zinkhüttenplatz eingeweiht.Foto:Frank Oppitz

Obermarxloh.   Der nun eingeweihte Springbrunnen steht symbolisch für den gelungenen Neuanfang der Wohnsiedlung. Harmonie im Zusammenleben kehrt ein.

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Eigentlich ist es für die Einweihung eines Springbrunnens am Samstagnachmittag viel zu kühl. Zwischen den frisch renovierten Häusern der Zinkhüttensiedlung stehen die alten und neuen Bewohner zusammen und halten fröstelnd ihre Schirme in den Nieselregen.

Immun gegen das schlechte Wetter scheint einzig der bestens aufgelegte Immobilienunternehmer, Architekt und Städteplaner Walter Brune, dessen Brune Real Estate die Siedlung vor zwei Jahren gekauft hat.

„Ich habe euch ja versprochen, dass wir hier den schönsten Park der Stadt anlegen und mit diesem Springbrunnen sind wir noch lange nicht am Ende, wir wollen, das ihr euch hier alle wohl fühlt“, verkündet er seinen Mietern fröhlich. Der 92-Jährige steht barhäuptig im Regen und wird von seiner Begeisterung warm gehalten.

Dreizügiger Kindergarten geplant

Er zeigt mit weit ausholender Geste seine weiteren Pläne an. „Die Verwaltung zieht demnächst hierher und einen Versammlungssaal haben wir geplant und auch einen dreizügigen Kindergarten, aber da müssen wir noch ein Planungsproblem wegen der Nähe zu den Grillo-Werken überwinden“, sagt er.

Kleine Mauern markieren inzwischen die Eingänge zur Siedlung, die sollen nicht die friedlichen Spaziergänger abhalten, aber den „Rabauken“ den Beginn des Privatgeländes anzeigen. Es gibt frisch gepflanzte Rhododendren und die Häuser strahlen in warmem Gelb und Ziegelrot.

„Die Sau ist tot“ , erklingt aus Jagdhörnern

Beim ihrem erfolgreichen Kampf gegen das geplante Outletcenter hätten die Mieter der Stadt Duisburg einen großen Gefallen getan, so sagt es der erklärte Gegner von Einkaufscentern. Ein wahrer Todesengel wäre das FOC für die Geschäfte der Duisburger Innenstadt geworden, da ist er sicher.

Dann bittet er seine Jägerfreunde mit ihren Jagdhörnern zum musikalischen Höhepunkt. „Blast mal ordentlich: Die Sau ist tot, “ sagt er und lächelt zufrieden. Zu den triumphierenden Klängen springt der Brunnen an und schickt drei hohe Fontänen aus dem kreisrunden Brunnenbecken in den grauen Himmel.

Doppel-Selfie mit Fontäne

Samela Smajlhodzic aus Bosnien und Maria Siean aus Rumänien applaudieren und machen ein Doppel-Selfie mit Fontäne. Sie wohnen erst ein Jahr in der Siedlung und sind beide als Reinigungskräfte bei Brunes Firma beschäftigt. Der Kontakt zu den Altmietern ist gut, gerade kommt Uschi Böhme vorbei, die am Ende ganz allein in einem Zehnparteien-Haus aushalten musste.

Nun hat sie wieder Nachbarn in Hülle und Fülle, 80 Prozent der Wohnungen sind inzwischen vermietet. Sofort ist sie mit Siean in eine fröhliche Frotzelei über wechselnde Haarfarben verstrickt. „Die meisten Neumieter sind schwer in Ordnung und wir sind alle froh, dass wir den Kampf überstanden haben“, sagt Böhme, der es in ihrem „leeren Schloss“ mitunter doch etwas gruselig zumut gewesen war.

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