Holocaust

Sophie-Scholl-Kolleg in Marxloh erinnert an den Holocaust

Eine Szene anlässlich des 90. Geburtstages von Sophie Scholl am Sophie-Scholl-Berufskolleg

Eine Szene anlässlich des 90. Geburtstages von Sophie Scholl am Sophie-Scholl-Berufskolleg

Foto: Udo Milbret

Marxloh. Geschwister Scholl wurden zum Tode verurteilt  Das Sophie-Scholl-Berufskolleg in Duisburg-Marxloh beteiligt sich am heutigen Aktionstag gegen Antisemitismus und Rassismus und für Demokratie.

Das Sophie-Scholl-Berufskolleg beteiligt sich am bundesweiten Aktionstag, 12. Juni, gegen Antisemitismus und Rassismus und für Demokratie. Unter dem Titel Anne Frank und Sophie Scholl – zwei weibliche Schicksale in der NS-Zeit ist in der Marxloher Schule eine Ausstellung zu sehen, die die beiden jungen Frauen in den Mittelpunkt stellt. Am 12. Juni 2019 wäre Anne Frank 90 Jahre alt geworden. An ihrem Geburtstag erinnern bundesweit rund 40.000 Schülerinnen und Schüler an das jüdische Mädchen, ihr weltberühmtes Tagebuch sowie die sechs Millionen Opfer des Holocaust.

Anne Franks Lebensgeschichte wird erzählt

250 Schulen beteiligen sich am diesjährigen Anne-Frank-Tag unter dem Motto „Anne Frank 90“. Der deutschlandweite Anne-Frank-Tag wird vom Anne-Frank-Zentrum in Berlin organisiert, das auch die Ausstellung „Anne Frank 90“ zur Verfügung stellt. Auch das Sophie-Scholl-Berufskolleg präsentiert zum Aktionstag gegen Antisemitismus und Rassismus diese Ausstellung, die auf acht großformatigen Plakaten Anne Franks Lebensgeschichte zeigt.

Anne Frank wurde am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren. Gemeinsam mit ihrer jüdischen Familie emigrierte sie nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in die Niederlande. Aufgrund der Besatzung durch die Wehrmacht und der antisemitischen Verfolgung versteckte sich die Familie Frank in Amsterdam in einem Hinterhaus. In diesem Versteck schrieb Anne Frank zwischen 1942 und 1944 ihr später weltberühmtes Tagebuch. Am 4. August 1944 wurden die Untergetauchten entdeckt, verhaftet und deportiert. Anne Frank starb 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen im Alter von 15 Jahren.

Sophie Scholl war Mitglied der von ihrem Bruder Hans gegründeten Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose“, zu der Christoph Probst, Alexander Schmorell und der Philosophieprofessor Kurt Huber gehörten. Zusammen verfassten, druckten und verteilten die Münchner Studenten Tausende von Flugblättern, in denen sie zum Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime aufriefen. Am 18. Februar 1943 wurden Hans und Sophie Scholl beim Verteilen des sechsten Flugblattes in der Universität erwischt und der Gestapo übergeben. Bereits am 22. Februar 1943 fand der Prozess statt, in dem die Geschwister Scholl zusammen mit Christoph Probst zum Tode verurteilt wurden. Noch am selben Tag wurden sie durch das Fallbeil hingerichtet.

Erinnerung an die Namensgeberin in der Marxloher Schule

Um an die Namensgeberin der Schule zu erinnern, haben die Schülerinnen und Schüler dreier Erzieherklassen im Kunstunterricht von Rita Glaser Objekte und Bilder zu Sophie Scholl gestaltet und im Gebäude eine Treppeninstallation mit Zitaten aus den Flugblättern der „Weißen Rose“ angebracht. Außerdem veranstalteten sie bereits im Mai, am Geburtstag Sophie Scholls, unter dem Titel „Sophies Traum – Wege der Freiheit“ eine Pausenaktion. Diese wie auch andere Aktionen soll junge Menschen motivieren, sich für eine vielfältige und demokratische Gesellschaft einzusetzen. Das Sophie-Scholl-Berufskolleg gehört seit kurzem dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an.

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